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Fotografieren und so ...

Früher habe ich ziemlich viel analog fotografiert, womit genau, steht weiter unten. Irgendwann hatte ich dann meine erste digitale Kamera, die zwar digital aufzeichnen konnte, aber im Vergleich zu meinen analogen Spiegelreflexen nur wenig Möglichkeiten bot, um sehr viel mehr als nur den Ausschnitt festzulegen.

Das und die im Vergleich geringe Bildqualität hat mich auch erstmal gar nicht gestört, die Möglichkeit, direkt an die Bilder zu kommen, war einfach faszinierend.

Im Laufe der Zeit wurden meine Digitalkameras immer besser, und meine aktuelle Kompaktkamera hat auch wieder alle Möglichkeiten der manuellen Einstellung. Dies hat mich so an die Zeit erinnert, in der ich wirklich viele (kreative) Bilder gemacht habe, daß ich mir wieder eine Spiegelreflex zulegen mußte. Noch mehr Möglichkeiten, aber auch Einschränkungen (Größe, Gewicht, Kosten).

Inzwischen habe ich wieder eine Spiegelreflexkamera, weil ich damit einfach anders fotografiere. Man guckt durch einen Sucher, nicht auf einen Bildschirm. Das führt zumindest bei mir zu, daß ich versuche, ein Bild zu komponieren und nicht nur einen Ausschnitt festzulegen.

Dafür schleppe ich auch wieder mehr Zeug mit mir rum, wenn ich absichtlich zum Fotografieren raus gehe.

Früher war alles schlechter...

Früher[tm] habe ich viel analog fotografiert, und zwar Dias gleich kistenweise und etwas s/w selbst laboriert.

Als erste Kamera bekam ich eine wirklich tolle Rollei 35 LED, dann später als Jugendlicher habe ich mit meiner heiß geliebten Minolta X-700 und einem 1:4.5-5.6 70-300mm Soligor Zoom fotografiert; noch etwas später mit einer Minolta Dynax 7000i mit Kitobjektiv und ebenfalls mit einem 1:4.5-5.6 70-300mm Zoom plus Metz 45ct4.

Nach dem Kauf meiner ersten digitalen Kamera, einer Canon S20 (mit irrer Auslöseverzögerung und erstaunlichem Batteriehunger) habe ich meine Analogausrüstung kaum noch genutzt. Die auf die S20 folgenden Exilims (Exilim EX-S100 und dann die EX-Z55) haben diese Situation nicht verbessert, weil ich damit ziemlich gute Bilder erzeugt habe und man sie wirklich immer dabei haben konnte (was letztlich auch immer zu deren mechanischem Ableben geführt hat - ein Nachruf und Neuanfang).

Inzwischen war der ganze, nicht mehr benutze Analog-SLR-Kram in die E-Bucht gegangen, und ich habe mit dem Gedanken gespielt, wieder mit SLR-Fotografiererei anzufangen, um wieder manuell nicht nur in den Ausschnitt einzugreifen - aber eben diesmal digital. Ich lieh mir eine DSLR plus Krempel - allerdings stellte ich wieder den großen Nachteil einer SLR-Ausrüstung fest - man braucht eigentlich noch mindestens einen Träger dafür. Ich stellte den Wunsch als unpraktisch für das liebgewonnene jederzeit-fotografieren-können wieder zurück.

Als mir dann die EX-Z55 starb, war klar, daß es als nächstes eine möglichst komplett manuell bedienbare, digitale Kompakte sein sollte, und ich fing an, nach so etwas zu suchen. Genau an diesem Wochenende stellte Canon die G9 vor. Hatte zwar etwas schwachsinnig viel Megapixel, konnte aber sonst alles, was die G7 konnte und dazu RAW - mußte ich also haben.

Meine Fotos wurden wieder besser, es machte Spaß, mehr als den Ausschnitt festzulegen. Aber die Begehrlichkeit nach richtigen Telebrennweiten, Schärfentiefe und Schnurkus wurde stärker. Nun hatte ich ja eine gute immer dabei Kamera, nun wollte ich auch eine Kamera fürs vorsätzliche Fotografieren.

Im Juli 2008 habe ich mir dann eine Nikon D80 zugelegt - wieder mit einem 1:4.5-5.6 70-300mm (Nikkor AF-S VR 70-300 mm 1:4,5-5,6G IF-ED) und dem üblichen, aber anscheinend nicht so irre schlechten Kit-Objektiv AF-S DX 18-70 mm 1:3,5-4,5G IF-ED.

Anfang Januar 2009 konnte ich durch eine günstige Gelegenheit eine Nikon D300 erstehen, die D80 hat über Ebay einen neuen Besitzer gefunden. Die D300 begeistert mich mit größerem, hellerem Sucher, einen gesteigertem Dynamikumfang (das ist kein HDR), erweitertem Bracketing und der Möglichkeit, Profile für Grundsituationen zu erstellen. Und sicher noch ein paar Dinge mehr, die ich noch nicht komplett entdeckt habe...

Anfang März ist dann noch ein lichtstarkes Normalobjektiv, das Nikkor AF-S 24-70mm f/2.8G ED dazu gekommen - die große Anfangsblende schafft richtig was weg. Tolles Objektiv. Dafür werde ich ich demnächst vom 18-70er trennen, das ist nun über.

Seit Anfang November bereichert eine Panasonic Lumix GF1 den Fotozoo, die Gründe hab ich hier zusammengefaßt - kurz: die G9 soll ersetzt werden. Die GF1 begeistert mich.

Die GF1 ist inzwischen (Oktober 2011) einer Pansonic Lumix G3 gewichen, diese hat einen besseren Sensor, einen (elektronischen) Sucher und ein klappbares Display.

Tipps für die Galerie-Nutzung

Ich habe inzwischen an mehreren Stellen im Netz Bilder abgekippt, vorallem aber in meiner eigenen Galerie. Daneben habe ich noch Bilder bei Flickr und bei Panoramio - beides sind Subsets der Hauptgalerie. Zu Flickr gibt es etwas weiter unten mehr.

Meine Galerie hat drei Hauptkategorien oder Überalben.

Die chronologische Ansicht listet alle Bilder, die ich ins Netz lade, in zeitlicher Reihenfolge, nach Jahren und Monaten sortiert. In diesem Album werden alle Bilder, die über GPS-Koordinaten verfügen, in der Bildansicht direkt mit einem Satellitenbild aus Google-Maps verknüpft dargestellt. Dadurch ist diese Ansicht etwas langsamer als die anderen beiden, wo dieses Feature in dieser Form fehlt.
Verweise aus dem Blog linken immer in die chronologische Ansicht - bei thematischen Alben könnte es ja zu Umsortierungen mit Linkverlust kommen.

Die thematische Ansicht zeigt die meisten (nicht alle) Bilder aus der chronologischen Ansicht sortiert nach Themengebieten an. GPS-Daten als Karte gibts nur als Link (unter dem Bild auf die Koordinaten klickern, Idee von Zonix geklaut). Damit schneller und einfacher für Leute, die z.B. Nobile-Bilder suchen.

Die Lieblingsbilderansicht zeigt einfach meine jeweils aktuellen Lieblingsbilder.

Für alle drei Hauptalben gibt es RSS-Feeds, damit kann man sich automatisch Updates liefern lassen (wenn ich neue Bilder einkippe).

Flickr Bilder

Ich wollte mal die Wirkung meiner Bilder auf andere ausprobieren, deswegen hab ich seit Juli 2011 einen Flickr-Account und lege dort pö a pö Bilder von mir ab, die ich für interessant halte.

Das witzige an Flickr ist, daß es Interessengruppen für jeden Scheiss, z.B. für (See-)Container gibt, und man dort viele inhaltlich ähnliche Bilder finden kann. Es macht Spaß, zu beobachten, wie sich andere Leute einem Thema nähern.

Nutzung meiner Bilder - Creative Commons Lizenz

Jede Kopie ein Original - so warb mal Sony 1999 - ohne zu Wissen, was der Inhalt dieses Slogans der Urheberrechtsindustrie noch für Probleme bereiten sollte.

Bei elektronischen Bildern gibt es das Problem genauso - ein wirklich ernsthafter Schutz gegen mißbräuchliche Nutzung ist nicht möglich, an vielen Stellen ist es auch nicht sinnvoll bzw. dem Gemeinwohl abträglich, dies für Bilder, Musik, Texte oder sonstige geistige Eigenleistung einzufordern - dazu mehr auf der Creative Commons Webseite.

Ich habe nichts dagegen, wenn sich jemand für private Zwecke Kopien oder Ausdrucke meiner Bilder anfertigt - im Gegenteil, es freut mich.
Die Bilder in der Galerie haben eine auf die Darstellung am Monitor angepasste Auflösung, wer sich also Abzüge von einem oder mehreren Bildern machen will: Ich stelle gerne die Orginale in Druckauflösung zur Verfügung. Einfach fragen.

Die Bilder in der Galerie stehen - soweit nicht explizit anders vermerkt - unter einer Creative Commons Lizenz, und zwar unter genauer unter der Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen-Lizenz.

Genaueres dazu gibts, wenn man den beiden Links folgt.

In einer Nussschale: Die Weiterverbreitung meiner Bilder ist erlaubt, wenn mein Name genannt wird, keine kommerzielle Nutzung erfolgt und die Bedingungen dieser Lizenz auch in Weiterbearbeitungen weiter beibehalten werden.

Ausführlicher, und mit Hintergrund: Ich fotografiere aus Spaß und Freude - nicht, um damit Geld zu verdienen. So kann jeder gerne Spaß an den Bildern haben, diese als ganzes oder in Teilen als Grundlage für eigene Werke nehmen, sie verfremden oder sonstwas, solange mein Name als Urheber genannt wird, die entstehenden Werke unter der gleichen Lizenz veröffentlich werden und keine kommerzielle Nutzung erfolgt.

Wer mit meinem (manchmal doch teuren) Spaß noch Geld verdienen will (also eine kommerzielle Nutzung anstrebt), melde sich bitte bei mir (foto at oerks de), wir sollten eine Lösung finden.

Aktuelle Ausrüstung und Upgradewünsche

Scheinbar halten das andere für wichtiger als ich, zumindest werde ich öfter gefragt, womit ich die Bilder in der Galerie gemacht habe, als gefragt zu werden, warum ich das überhaupt mache - also bitte:

Aktuell fotografiere ich mit der im obigen Text genannten Panasonic Lumix G3 und der ebenfalls oben genannten Nikon D300 und den beschriebenen Nikkor-Objektiven.

Man kann in der Galerie für jedes einzelne Bild sehen, womit es entstanden ist (Kamera-Icon über bzw. unter dem Bild). Ältere Bilder sind mit den Vorgängern entstanden.

Da ich mir inzwischen das 2.8er Standardzoom leisten konnte, das im WW-Bereich erst mit 24mm anfängt, sehe ich mich wohl als nächstes nach einem schönen Weitwinkel-Zoom um, vielleicht ein Tokina 11-16@2.8 - genauso interessant ist allerdings auch ein lichtstarkes, mittleres Tele (nach einer statistischen Auswertung der von mir genutzten Brenweiten), z.B. das Nikkor AF 135mm f/2 D DC.

Seit Herbst 2011 habe ich als Ersatz für die GF1 die neue Panasonic Lumix DMC-G3 im Einsatz - mit dem Pancake 20mm/f1,7 ist sie genauso klein zum immer dabei haben, aber dank Four-Thirds-Sensor deutlich bessere Bildqualität im Vergleich zu den Edelkompakten. Inzwischen hat sich ein ganzer Zoo von Objektiven für die MFT angesammelt, so gar ein Fisheye ist dabei. Trotzdem wiegt die Tasche mit dem gesamten MFT-Kram samt Ministativ, vier Objetiven, Nodalpunktadapter usw. weniger als die Nikon mit dem Standardzoom.

An sonstigem Zubehör verwende ich neben einem noname-Einbein ein Manfrotto-Stativ mit einem Kugelkopf von Arca Swiss. Der Kopf ist neu, und ne Wucht. Er löst meinen Manfrotto Kugelkopf, ab, bei dem mir das Schnellwechselsystem von der Stabilität her nicht besonders gut gefallen hat.

Zum Schleppen habe ich eine Tamrac Velocity8 - genauere Beschreibung hinter dem Link.

Für mehr Licht verwende ich einen Metz 48 AF-1 N. Der Blitz und die Kamera beherrschen drahtloses abgesetztes Blitzen, was viele tolle Möglichkeiten bietet, und er ist billiger als das entsprechende Nikon-Modell.

Zur Weiterverarbeitung der Bilder benutze ich Lightroom. Mir hat das Konkurrenzprodukt Aperture nicht zugesagt. Da beide über eine 30 Tage Testlizenz verfügen, unbedingt beide ausprobieren vor dem Kauf. Lightroom gibts auch für Windows.

(K)eine Kaufberatung

Du machst so tolle Bilder - das will ich auch. Welche Kamera soll ich mir kaufen? - so höre ich ab und zu Kommentare zu meinen Bildern. Das meine Bilder toll seien sollen, freut mich. Eine Kaufberatung kann ich nicht wirklich geben - jedenfalls nicht so unspezifisch.

Zusammenfassung: Eine Kamera alleine macht im Rahmen der Möglichkeiten technisch perfekte Bilder - tolle Bilder entstehen aber vor allem durch Übung dessen, der durch sie durch guckt.

Bessere Bilder macht man vor allem durch Übung (und durch das ernsthafte Auswerten, warum ein Bild nicht funktioniert) und durch das Wissen über die optischen Grundlagen und wie Wahrnehmung mit dem Auge funktioniert, und erst dann durch entsprechend ausgewählte Hardware - wenn man das Wissen auch nutzen kann.

Also erstmal: Wie funktioniert sehen ganz subjektiv?

  • Warum werden gelbe-orange Farbtöne mit Wärme und Geborgenheit verbunden, und bläuliche eher mit Kälte?
  • Warum geben die (Weitwinkel-)Bilder vom Strandurlaub kaum das wieder, was man selbst dort empfunden hat, und warum ist alles so klein?
  • Warum ist ein (Weitwinkel-)Bild soviel interessanter, wenn eine Diagonale hineinführt oder im Vordergrund ein optischer Anker vorhanden ist?
  • Warum sieht das eigene Haustier auf Fotos so klein und unbedeutend aus?
  • Warum sind da auf einmal diese riesigen Schatten?

und so weiter

Als zweites: Habe ich die vorhandene Technik handwerklich im Griff?

  • Warum ist das schon wieder unscharf?
  • Warum sind die Gesichter alle so kalkweiß und der Hintergrund abgesoffen?
  • Warum ist das so verwackelt?
  • Warum löst die Kamera nicht aus, wenn ich durchdrücke?
  • Was passiert optisch, wenn ich voll in den Telebereich gehe?
  • Wie war das mit der Schärfentiefe? Und warum eigentlich nicht Tiefenschärfe?

Wenn man die obigen (und ähnliche) Fragen einigermaßen befriedigend klärt, und verstanden hat, wie die Kamera das gerade gewünschte Verhalten in welcher (Automatik)funktion besser oder schlechter umsetzt kann man auch mit einer Kamera für 100 Euro richtig gute Bilder machen, eine teurere Kamera macht in erster Linie nicht bessere Bilder, sondern erweitert die technischen Möglichkeiten desjenigen, der damit umgehen kann. Ich gebe hier keinen Fotokurs, das können andere besser (siehe unten). Als Grundlage, um die eigenen Bilder zu verbessern, finde ich die folgenden Links ziemlich hilfreich.

  • Die Buxtehuder Fotofreunde geben gute Tipps und Tricks zur Bildgestaltung, die man - der Argumentation folgend - wenn man sie erstmal kennt und versteht, nicht befolgen muß - und sie haben Kurt. Eine Glosse, die sanft darauf hinweist, das Technik und teuer nicht das ist, was zu guten Bildern führt.
  • In die gleiche Richtung stößt die Webseite Schöner Fotografieren mit Andreas Hurni - gut geschrieben, in einem für mich ansprechenden, ironischen Ton - dort sind dann solche sprachlichen Perlen versteckt wie ... ein Zoomobjektiv entwickelt somit auch einen tieferen Sinn, indem es gute von mässigen Fotografen separiert. Sie sollten darauf achten, dass ihr Objektiv sich nicht gegen sie wendet.. Viel Text, aber sehr fundiert und nachvollziehbar geschildert.
  • Neben Hurni schreibt auch noch Michael Albat auf dieser Seite - im wesentlichen rezensiert er in aller Ruhe Andreas Feiningers Hauptwerk genüsslich und gut geschrieben durch. Auch viel Text, aber auch zu einem Buch, in das ich immer wieder reinsehe, auch wenn es technisch total veraltet ist (was nicht anders geht, Feininger hat von 1906 bis 1999 gelebt) - aber in Bezug auf Blickwinkel, Idee, Perspektive und die vielen anderen Dinge wissenswertes schreibt.
  • Wie beurteilt man überhaupt ein Bild? Dazu gibts einen Bildkritik-Fragen-Generator. Das bezieht sich wohl hauptsächlich als Persiflage auf die Unart in diversen Foto-Foren, Bilder mit 'geil', 'super', usw. zu bewerten (weil es dafür Karmapunkte für den Bewerter gibt), aber ist auch so ganz gut brauchbar, um sich seine eigenen Bilder genauer anzusehen.
  • Tom Striewischs Fotolehrgang schildert sehr anschaulich die Technik, erklärt mit simplen Grafiken, warum man z.B. besser nicht mit komplett offener Blende fotografiert. Den kompletten Lehrgang gibts auch als toter Baum.
  • Auf keinen Fall fehlen darf hier natürlich Ken Rockwell - ein Blogger, der nebenbloggerisch als Profifotograf arbeitet, hält mit markigen, bei näherer Betrachtung oft fragwürdigen Aussagen zum Thema (quasi der Chuck Norris unter den Fotografen) einen eigenen Hofstaat. Ken sagt von sich selbst, daß er fast alle Bilder im Automatikmodus fotografiert (weil die Kamera in der Regel weiß, was sie tut), weil er sich dann besser aufs Motiv konzentrieren kann. Er erklärt auch, daß das Equipment nicht allein die guten Bilder macht, sondern das der, der durchguckt, eine wichtige Rolle spielt (auf deutsch). Leider schreibt Ken genauso markig von Dingen, von denen er Ahnung hat, und von Dingen, von denen er überhaupt keine Ahnung hat.
  • Achja, fast vergessen. Benutze möglichst oft ein Stativ oder ein beanbag (ist schnell selbst genäht). Ein ganz kleines Stativ für 10 Euro reicht für eine Kompakte völlig aus, man kann länger auf niedrigen ISOs bleiben (rauscht weniger), verwackelt nicht, muß nicht blitzen und man bekommt meist noch eine geile Perspektive dazu.

Buchempfehlungen

Neben den oben gegebenen Leseempfehlungen im Netz gibts auch ne Unmenge an Büchern zum Thema Fotografie, leider ist da auch viel Schrott dabei. Das tolle an Büchern: Funktioniert auch auf dem Thron und im Bett oder wenn der Rechner mal wieder vergurkt ist, und man kann sie sich schenken lassen.

Ich habe die im folgenden genannten Bücher gelesen oder hab sie immer noch in meinem Regal stehen - und gebe dazu Empfehlungen ab. Die Links zu den Büchern sind Affiliate-Links zu Amazon, d.h. wenn Ihr darüber was bei Amazonk bestellt, bekomme ich eine kleine Provision (das Buch kostet das gleiche wie sonst auch). Wer die Bilder in der linken Spalte der folgenden Tabelle nicht sieht: Dein Adblocker blockiert vermutlich den Host rcm-*.amazon.

Ich sortiere die Bücher mal nach Kategorien und Nutzen für mich, bzw. als Empfehlung für Euch. Seht Euch trotzdem die Bewertungen der Bücher durch Amazonkunden an, in viele Bücher kann man auch online reinsehen.

Für Lesefaule gibts ne Zusammenfassung am Ende dieser Liste. Aber was wollen Lesefaule mit Büchern?

für Anfänger; sehr empfehlenswert

N.N.: Fotoprobleme meistern (Affiliate-Link).

Das Buch ist anscheinend nur noch gebraucht zu bekommen. Das Titelbild mit den Katzen schreckt sicher ab, der Inhalt des Buchs besticht aber durch sehr eingängige, direkte Vergleiche zwischen einem schlechten und einem guten Bild vom gleichen Motiv mit konkreter Handlungsanweisung, wie man Standardsituationen enorm verbessert. Die Handlungen sind leicht und ohne teures Equipment nachvollziehbar.

Das Buch beschäftigt sich sowohl mit eher künstlerischen (Bildaufbau, Lichtwirkung, Vorder- und Hintergrund, usw) als auch technischen Aspekten des Fotografierens, ohne dabei tief ins Detail zu gehen oder lange Textwüsten zu fabrizieren.

Für Einsteiger unbedingt empfehlenswert! Ist sicher auch gut antiquarisch zu bekommen.

für Anfänger; empfehlenswert, Standardwerk

Tom! Striewisch: Der große humboldt Fotolehrgang: Von der Aufnahme zum fertigen Bild. Alles über Kamera und Zubehör. Digitale Bildbearbeitung (Affiliate-Link).

Standardwerk, ist auch komplett als Webseite verfügbar. Das Buch beschäftigt sich mit allen Aspekten der modernen Fotografie und hat dabei in meinen Augen den größeren Fokus auf die Technik, die Fotos ermöglicht.

Man erfährt alles wissenswerte über die optischen Grundprinzipien, diese sind wohltuend durch einfache Skizzen (und nicht durch Fotos) erklärt. Nach den jeweiligen Grundlagen zeigt der Autor, was in diesem Bereich gerade Stand der Technik ist (das Buch wird regelmäßig neu aufgelegt und aktualisiert) und was es für Möglichkeiten gibt. Mit diesem Buch im Hintergrund ist man einigermaßen in der Lage, die eigenen technischen Bedürfnisse an einen Fotoapparat zu benennen, ebenso wird das übliche Zubehör ausführlich erklärt und gegeneinander abgewogen. Tom! schreckt nicht davor zurück, persönliche Empfehlungen abzugeben.

Im gestalterischen (hinteren) Teil fällt das Buch meiner Meinung nach etwas ab, ebenso ist der Teil zur Bildbearbeitung etwas flach.

Das Buch lohnt sich allein wegen der präzisen Beschreibung der Grundlagen der Optik und den anderen technischen Kapiteln, ebenso verfügt das Buch über ein gutes Nachschlagewerk am Ende.

für ambitionierte Einsteiger; sehr empfehlenswert

Michael Freeman:Alles über Digitalfotografie : Mastering Digital Photography (Affiliate-Link).

Dieses Buch fasst mehrere Titel von Freemann, die schon einzeln über 20 Euro kosten, unter anderem 'Der fotografische Blick', das ich hier vorher empfohlen habe, in einem Buch zusammen. Das neue Buch ist dann auch nicht mehr von Markt&Technik verlegt, was mich ja erstmal grundsätzlich (aber in diesem Fall grundlos) mißtrauisch machte.

Das Buch beschäftigt sich mit dem Bild erstmal fernab von konkreten technischen Details, dabei geht es um die Grundlagen - Rahmen für das Motiv finden, Designgrundlagen kennenlernen, Kennenlernen von typischen fotografischen Elementen und deren Wirkung, Licht und Farbe, Intentionen für ein Bild usw.

Freemann untermauert das auch mit Bildern, oft im Vergleich zu anderen Möglichkeiten, das Buch bietet aber im Gegensatz zu 'Fotoprobleme meistern' einen fundierten inhaltichen Hintergrund (also viel Text).

Vom Stil her geht es eher technisch trocken zu, es entstehen keine Unklarheiten.

Den technischen Teil des Fotografierens lernt man in diesem Buch nicht, sehr wohl aber, wie man den gestalterischen Teil bewältigt und damit (wenn man den Auslöser gefunden hat) bessere Bilder macht.

Einsteiger und Fortgeschrittene, Praxisvermittlung; empfehlenswert

Scott Kelby: Digitale Fotografie - Das große Buch, Doppelband 1 + 2: Das Geheimnis professioneller Aufnahmen Schritt für Schritt gelüftet (Affiliate-Link).

Kelby ist neben McNally der zweite US-Fotograf mit hohem Papierausstoss und lockerer, lesbarer Schreibe. Leider hält sich Kelby noch mehr als McNally für einen Scherzkecks, der so tiefgründige Witze reist, daß es vielleicht keiner kapiert - und löst diese als regelmäßig auf. Das nervt, nicht so sehr die Witze. Beide zusammen haben übrigens mal einen McDonalds-Werbespot nachgestellt - witzig. Hier das Original.

Inhaltlich ist das Buch super, das Buch hat keinen Lehrbuchcharakter sondern wie auch die Bücher von McNally geht es darum zu zeigen, wie man bestimmte Situationen am besten meistert. Das dabei oft (auch im Titel) auftauchende Wort 'Profi' übersieht man einfach für die Seelengesundheit.

Kelby selbst beschreib den Sinn des Buchs so: Die Idee ist ganz einfach: Sie und ich sind gerade unterwegs, um ein paar Aufnahmen zu machen. Dabei kommen Ihnen viele Fragen iun den Sinn, die ich im Verlauf des Buchs beantworten werde - ich reduziere die Fakten auf das Wesentliche, ohne auf alle technischen Einzelheiten der Digitalfotografie einzugehen.

Und das funktioniert gut, das Buch (es besteht aus zwei Büchern, die in einem Einband stecken) ist in Motiv- und Technikkapitel aufgeteilt (scharfe Fotos (nein, nix schweinisches), Blumen, Hochzeiten, Landschaften, Sport, Menschen, Urlaub usw. bzw. Probleme vermeiden, blitzen, Studio, Portraits, Bildbearbeitung (kurz)).

Die Kapitel sind auch interessant, wenn man das jeweilige nun nicht gerade vor hat und das Buch lebt von vielen, vielen Praxistipps.

Ich kann das Buch empfehlen, und gucke da auch nach dem ersten durchblättern immer mal wieder ein.

für Fortgeschrittene; leckere Bilder

Joe McNally: Der entscheidende Moment: Ein Weltklasse-Fotograf packt aus (Affiliate-Link).

McNally, der als Fotograf unter anderem für National Geographic, Time, Sports Illustrated und Life gearbeitet hat, plaudert in gewohnt (und manchmal durchaus nervig-) lockerer Art aus dem Nähkästen und erklärt, wie er bestimmte Bilder gemacht hat, was ihn dabei bewegt hat und wie er auf die Idee gekommen ist, genau das zu tun (oder auch nur Glück gehabt hat).

Das Buch macht mir viel Spaß, weil es je auf einer Doppelseite eben ein meist ziemlich interessantes Bild gibt und den passenden Entstehungstext dazu. Es ist interessant, bei wie vielen Bildern vor allem lichttechnisch nachgeholfen wird, und wie man das macht.

Die Schreibe ist locker, ab und zu etwas bemüht locker, damit rutscht die Kost aber auch gut rein. Das Buch ist ausdrücklich nicht besonders technisch und geht auch nicht bis ins letzte Detail, das tut ihm aber gut.

Das Buch regt an, Sachen auszuprobieren. Empfehlenswert auch als Bilderbuch.

für Fortgeschrittene, die Blitzer werden wollen; leckere Bilder

Joe McNally: Joe McNallys Hot Shoe Diaries: Groß inszenieren mit kleinem Blitz (Affiliate-Link).

Das Buch ist die Fortsetzung des weiter oben genannten Buches 'der entscheidene Moment' - in diesem geht es hauptsächlich ums Licht, und zwar um den Umgang mit Systemblitzen.

McNally ist dafür bekannt, daß er lieber kleine Systemblitze (dafür dann gerne mal 7 oder 11 Stück auf einmal) als Studioblitze on location einsetzt, und in diesem Buch beschreibt er, wie das genau geht.

Das Buch macht wohl vor allem dann Spaß, wenn man genau das vorhat: Modernes Blitzen oder auch schon angefangen hat, sich mit dem CLS (Nikon Creative Lighting System; McNally ist Nikonianer) oder für Canoniere eben dem entsprechenden Canon Blitzsystem auseinander zusetzen und einen Blitz hat, der das auch beherrscht.

Infiziert einen die Technik, und man hat noch keinen Systemblitz, wird es schnell teuer - das will man unbedingt ausprobieren und nachmachen. Zum Glück gibts da auch was von Metz...

Das ganze Buch handelt davon, wie man die (inzwischen sehr gute) Belichtungsautomatik der Kamera so behumst, daß es das macht, was sie soll, und so sieht, wie der Fotograf (eine dunkle Bar muß man nicht taghell blitzen) und dann z.B. den Blitz um zwei Lichtwerte schwächer blitzen läßt, dafür aber die Kamera um 1,5 LV länger, während der (abgesetze) Blitz mit einer orangen Farbfolie versehen irgendwo hinter dem Motiv für einen Heiligenschein sorgt.

Das Buch ist analog zum 'entscheidenen Moment' aufgebaut: Je eine Doppelseite, auf der einen Seite das Bild, auf der anderen die Story dazu.

McNally hat den Hang, es nicht allzu technisch werden zu lassen, bzw. damit zu koketieren (Dies ist keine Bedienungsanleitung), daß er das nicht gut kann. Trotzdem geht er am Anfang des Buches auf die Ausrüstung, die man für solche Bilder gut gebrauchen kann, ausführlich ein.

Ein Superbuch, mein aktueller Favorit

Klassiker

Andreas Feininger: Andreas Feiningers große Fotolehre und Die Hohe Schule der Fotografie: Das berühmte Standardwerk (Affiliate-Link).

Die Klassiker zum Thema Fotografie. Viele Teile dieser Bücher (die erste Ausgabe ist von 1961) sind hoffnungslos veraltet, bzw. die thematisierten Probleme existieren nicht mehr. Trotzdem hat sich der kompositorische Hintergrund und auch die Physik in den letzten 100 Jahren nicht verändert - und genau diese Teile lohnen sich zu erarbeiten.

Es ist allerdings Arbeit, die Bücher von Feiniger (es gibt mehr als diese) sind Textwüsten mit wenigen Beispielbildern ('Hohe Schule der Fotografie' enthält mehr Bilder und ist insgesamt kürzer).

Mir hat es Spaß gemacht, die Bücher zu lesen. Zumindest die 'hohe Schule' kann man im Regal stehen haben und ab und zu auch mal reinsehen.

Nikon D300 Besitzer, absolut unnötig

Darrel Young: Das Nikonians Handbuch zur Nikon D300 (Affiliate-Link).

Darrel Young, ein von der Nikonbenutzer-Community Nikonians gehypeter, us-amerikanischer Autor von Nikon-Büchern, hechelt die Funktionen der Kamera durch.

Das Nikon-Geschleime ist selbst für mich als Nikonian unerträglich. Ich halte es da ja eher mit Thom Hogan.

Inhaltlich bring das Buch auch nix, letztlich wird die gute, 425 Seiten starke Orginalanleitung zur Kamera noch einmal in anderen Worten durchgekaut. Nach meiner Meinung ist es technisch sogar unpräziser als die Orginalanleitung, was an der Übersetzung liegen mag.

Dieses Buch braucht keiner!

Allgemein würde ich nach dieser und anderen, erzählt bekommenen Erfahrungen mit externen Handbüchern zur Kamera eher Abstand halten.

für Einsteiger, brauchbar

Günter Richter: Bessere Fotos. Tipps und Tricks aus der Praxis (Affiliate-Link).

Antiquarisches Einsteigerbuch, macht anhand von Standardsituationen bewußt, worum es geht, und warum bestimmte Bilder 'ziehen' und viele eben auch nicht.

Beschäftigt sich mit Komposition, nicht mit Technik.

Schöne Bilder, eingängige Texte ohne viel Firlefanz.

Fortgeschrittene, die die Theorie wissen wollen, HDR

Christian Bloch: Das HDRI-Handbuch, inkl. DVD, High Dynamic Range Imaging für Fotografen und Computergrafiker (Affiliate-Link).

Es geht in diesem Buch um High Dymamic Range-Fotografie, der Untertitel ist der Knackpunkt: Es geht hier nicht um eine dröge Aneinanderreihung von im Netz ergooglebaren Grobheiten zum Thema HDR, sondern ziemlich ans eingemachte, die technischen Hintergründe und wie man mit diesem Wissen umgeht, um gute Ergebnisse zu erzielen. Z.B. gibt es eine ziemlich intensive Abhandlung darüber, welche Dateiformate es in diesem Bereich gibt und welche sich sinnvoll nutzen lassen.

Erst nach 100 (von 400 Seiten) wendet sich das Buch dem eigentlichen Aufnehmen von Bildern, aus denen man dann HDRs bauen kann, zu.

Mir gefällt die Ausgewogenheit des Buches, es werden z.B. bei Software grundsätzlich auch unixoide Betriebssysteme berücksichtigt oder OSS empfohlen, wo es sinnvoll ist.

Schwere Kost, aber ich hab auch ne Menge Dinge gelernt (die ich längst wieder vergessen habe)

ambitionierte Einsteiger, die HDRs machen wollen

Jürgen Held: Das Praxisbuch HDR-Fotografie: Digitale High-End-Fotografie mit DRI, RAW und Panoramen (Affiliate-Link).

Das Buch kommt wesentlich schneller zur Sache als das oben genannte, und nimmt den Leser dabei an die Hand. Es werden alle Grundlagen, auf denen HDR-Technik aufbaut, erklärt.

Neben den Klippen beim Aufnehmen der Grundlagenbilder (z.B. Belichtung über die Zeit, nicht über die Blende variieren und warum, sinnvolle Ausrüstung) werden auch die Klippen bei der Berarbeitung dargestellt und verglichen.

Der Autor beschränkt sich allerdings auf ein Tool - PhotomatrixPro, das in einer Demoversion auf CD beiliegt. Photomatrix ist ein aus meiner Sicht gut geeignetes Werkzeug, allerdings ballert es in der freien Version Wasserzeichen in die Bilder. Andere Werkzeuge werden erwähnt, aber nicht besprochen.

Der dritte Teil des Buches beschäftigt sich mit Panoramen, dann HDR-Panoramen. Nicht so mein Ding, hab ich mir auch nicht intensiv angesehen.

Das Buch führt schneller zu Ergebnissen als das obige.

für Fortgeschrittene, die auf der Suche nach neuem sind

Roswell Angier: Schärfe Deinen Blick: Außergewöhnliche Portraitfotografie (Affiliate-Link).

Eigentlich ein Lehrbuch, das neben der Darstellung von vielen Portraits und deren Bildwirkung den Leser in jedem Kapitel auffordert, das gelesene selbst auszuprobieren und dafür eine exakte Aufgabe zu bekommen.

Ich war dafür bisher zu faul, die Aufgaben sind aber durchaus interessant.

Das Buch beschäftigt sich überhaupt nicht mit der Aufnahmetechnik, sondern mit der Bildwirkung und wie man diese bewußt oder auch unbewußt erzeugt - anhand von Beispielbildern auch von eher berühmten Fotografen.

Muß man wirklich nicht haben, ist aber interessant, weil man durch die Texte lernt, Bilder zu lesen.

für Lightroom-Benutzer; empfehlenswert

Scott Kelby: Lightroom 2 für digitale Fotografie: Erfolgsrezepte für Digitalfotografen (Affiliate-Link).

Wer zur Bearbeitung und Verwaltung von Digitalbildern Adobe Photoshop Lightroom 2 verwendet (was ich sehr empfehlen kann), sollte sich dazu noch ein Buch anschaffen, denn sonst erschliessen sich bei weitem nicht alle Funktionen der Software.

Ich kenne nur dieses Buch (es gibt einige), und kann es empfehlen. Man muß eben die Art von Kelby mögen (siehe weiter oben) - manchmal ist es mir zu sehr idiotensicher, aber es ist kein Problem, nen Absatz zu überspringen. Kelby ist ein solider Trainer für alle Photoshop-Fragen, auch für die, die man zu dem Zeitpunkt gar nicht hat.

Daneben gibts im Netz ungefähr eine Million Tutorials - gute und schlechte.

für Einsteiger; so lala

Time Gartside: Digitale Nacht- und Restlichtfotografie (Affiliate-Link).

Eigentlich kein schlechtes Buch, wirklich. Also: es ist kein schlechtes Buch. Aber als ich es mir gekauft habe, kannte ich die Inhalte des Buches schon vollständig, weil es sich an Einsteiger richtet - ich habe nix neues erfahren.

Die Bilder sind ok, das vermittelte Wissen steckt auch in anderen Büchern, die sich nicht explizit mit Nacht- und Restlichaufnahmen beschäftigen. Es fehlt mir das letzte Tüpfelchen, dafür ist es sehr günstig.

Eigentlich nur empfehlenswert, wenn man nicht schon eins der umfassenden Bücher zum Thema Digitalfotografie (z.B. das von Tom! Striewisch und das von Scott Kelby) besitzt und auch nicht kaufen will, und auch kins der typischen Rundumschlagbücher (z.B. von John Freemann: Fotografieren, analog und digital: Das Universallehrbuch (Affiliate-Link) oder Das große Praxisbuch der Fotografie. Die besten Tipps für perfekte Aufnahmen. Mit Digitalfotografie (Affiliate-Link) von Ailsa McWhinnie) im Regal hat. Von beiden gibts hier keine Rezension, die Bücher sind von 2003 und haben beide einen inzwischen wohl nicht mehr notwendigen Analogteil, der Digitaltechnikteil ist ebenfalls nicht auf Stand... Da gibts bestimmt aktuellere Fotorundumschläge)) hat.

Buchempfehlung Zusammenfassung

Für erwachsene, lesefreudige Einsteiger empfehle ich, die folgenden drei Bücher anzuschaffen:

Tom! Striewischs 'Der große Humboldt Fotolehrgang', dazu Scott Kelbys 'Digitale Fotografie' und Michael Freemans 'Alles über Digiralfotografie'. Damit hat man eine solide Grundlage von sowohl fotografischer Technik (Striewisch), praktischen Lösungen (Kelby) und Bildkomposition/Licht/Bildwirkung (Freeman).

Wer nicht lesen kann oder will, sollte sich zumindest das Buch Fotoprobleme meistern beschaffen, ist nen Bilderbuch mit wenig Text :-)

Alles andere ergibt sich dann nach Neigung.

 

So, nun denn - die Kaufberatung

Achtung, dieser Text ist von 2009 - seitdem hat sich einiges getan, die Grundannahmen stimmen aber immer noch.

Du willst wirklich bessere Bilder machen? Lies das oben noch mal. Für bessere Bilder brauchst Du nicht unbedingt eine bessere Kamera, sondern meist einen besseren Fotografen. Ziehe dir z.B. die o.g. Webseiten und Bücher rein und werde ein besserer Fotograf.

Ok, Du willst trotzdem eine andere Kamera? Und Du willst die Meinung von jemanden, der gerade einen erheblichen Teil der zur Verfügung stehenden Knete dafür einlocht? Folgekosten (Speicherkarten, Akkus, Stativ, Blitz, Tasche) eingeschlossen?

Willst Du die Kamera immer dabei haben können? Und nicht viel (so 500 Euro) ausgeben? Ja, das ist für mich nicht viel - willst Du immer noch meine Meinung?

Lies mal die brauchbaren Kompakt-Vergleiche von dpreview: für Sparfüchse (bis 150 USD), für gehobene Point&Shotter und für Enthusiasten.

Je weiter man in Richtung 'Enthusiasten' (lies: Spinner) geht, desto bessere optische Eigenschaften und manuelle Bedienungsmöglichkeiten haben die Dinger.

Ansonsten interessiere ich mich nicht so sehr für Tests mit Laboraufnahmen und Ausmessen von Tonnenverzerrung, Jitter und Violettverschiebung oder der Auflistung von allen haarkleinen Details, weil das in der Praxis total irrelevant für mich ist - ich bin ein viel zu ungeübter und schlechter Fotograf/Motivseher, als das ich perfekte Technik am absoluten Limit für meine Bilder bräuchte, und noch schlechtere, ungeübtere Leute brauchen das noch viel weniger.

Lass Dich also nicht durch Fakten verwirren, die Kameras einer Preisklasse sind alle ungefähr gleich gut.

Dann geh in einen großen Fotoladen oder Elektrosupermarkt (ja, geh hin, fass alles an, probiere aus). Ich würde besonders achten auf:

  • großes, lichtstarkes Objektiv (Fotografieren funktioniert mit Licht!). Lichtstärke drückt sich durch die Blendenöffnungsanfangszahl aus. Je kleiner diese ist, desto größer ist die Öffnung. Gleichzeitig deutet eine große Frontlinse auch auf eine gute Lichtstärke hin.
  • einen möglichst großen Sensor mit möglichst wenig Megapixeln. Ja, wirklich. Viele Megapixel auf einem winzigen Sensor machen keinen Sinn, sind nur Marketing und machen schwammige Bilder. Siehe 6mpixel.org. Wenig bedeutet 6 - 10.
  • ein gutes Handgefühl - nimm die Kamera in die Hand. Stabilität, wie schnell ist sie aufnahmebereit, kommst du an die Knöppe?
  • Stativgewinde!
  • Optisches Zoom; denn digitales Zoom ist fürn Arsch und Marketinggebrabbel!
  • Brennweite - wer viel drinnen und eher gesamtaufnahmig fotografiert, will möglichst viel am weitwinkligen Ende (kleinere Zahl) - das ergbit aber bei ungeübtem Einsatz genau diese typischen kleinen, leeren Bilder, wo alles drauf ist, bis auf ein sichtbares Hauptmotiv.
    Wer eher in den Telebereich will, achte auf die größere Zahl.
  • Möglichst keine proprietären Speichermedien verwenden, sondern am besten SDCard (also meist SDHC) oder CF-Card. Sony ist da z.B. eher bäh.
  • Möglichkeit, Blende, Zeit und evtl auch Focus manuell einzustellen?
  • Anti-Wackeldackel: Ist nett, aber Lichtstärke ist besser.

Wie, Du willst ne Spiegelreflex?

Okay - jetzt ist wirklich alles egal, und vergiss das mit den 500 Euro Obergrenze ganz, ganz schnell, ebenso die möglichst wenig Pixel, das spielt nun keine Rolle mehr, weil die Sensoren viel größer sind.

Investiere Dein Geld in gute Objektive, nicht in Gehäuse. Gute Objektive haben eine möglichst große Anfangsblende (Fotografieren geht mit Licht (ich wiederhole mich da gerne)) - meistens ist dann auch das Loch vorne größer und die Scherbe ist viel teurer), sind mechanisch stabil und fühlen sich beim Herumspielen auch entsprechend geschmeidig an.

Viele von den Kitlinsen (also Objektive, die der Hersteller als Anfangslinse zusammen mit einem Gehäuse zu einem Preis anbietet), sind nicht so irre lichtstark, um den Einstiegspreis gering zu halten.

Ein guter Body ist nicht so wichtig wie gute Objektive, weil sich die Technologie in den Bodies schnell ändert, bei den Objektiven eher nicht. Du wirst also, wenn Du dabei bleibst, alle paar Jahre den Body tauschen wollen, es gibt keinen Grund, das mit Linsen zu tun, außer man hat am Anfang Schrott gekauft oder man macht einen Systemwechel (oder evtl., wenn man auf Vollformat geht, andere Geschichte...) .

Genau, System. Es ist meiner Meinung nach wirklich scheissegal, welches System man einsetzt, solange es Nikon ist.
Nee, wirklich. Ob nun Canon oder Nikon (oder die etwas weniger verbreiteten Olympus, Pentax, Fuji, Sony, Sigma, usw) als System ist ziemlich egal. Wahrscheinlich hat man bei den beiden großen mehr Auswahl an gebrauchtem Zeug - statistisch belegen kann ich das aber nicht.

Wichtig ist, daß die Handhabung für Dich persönlich stimmt. Ich hab mich bei der SLR für Nikon entschieden, weil sich zum Kaufzeitpunkt der D80 die gleichwertigen Canons in meiner Hand wie Puppenspielzeug angefühlt haben (wie die D60 übrigens auch :-). Gleichzeitig ist meine Kompakte ne Canon, weil Nikon da traditionell nur Mist zusammenballert.

Ein weiterer wichtiger Punkt für die Systementscheidung kann sein, ob jemand in Deiner Umgebung ein SLR-System hat, dem Du vertrauenswürdig genug bist, daß er Dir z.B. Linsen leihen würde.

Was ist nun gut? Siehe bei den üblichen Verdächtigen:

Und komm mir hinterher nicht mit: Ich hab Dir das empfohlen. Ich hab Dir empfohlen, ein besserer Fotograf zu werden, nicht eine teurere Kamera zu kaufen.

Du wirst eh noch weinen, wenn Dir dir Folgekosten explodieren.

 



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