Aleks ihm sein Blog

[ Wir haben noch Hirn hinten im Haus ]

Das ist mein Blog.

Hier gibts, was ich tue, getan habe und vielleicht tun werde. Auch, wenn und weil das total unwichtig für den weiteren Verlauf der Geschichte ist. Viel Spaß damit.

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27.02.2013


01:46 Uhr  Migration vom iPhone zum Nexus


Ich hab ein neues Hobby, bei dem man ähnlich wie beim Geocachen milliardenteure US-Militär-Satellitentechnik nutzt, um Tupperdosen im Wald oder eben virtuelle Items in der Stadt zu finden und mit diesen zu spielen. Dieses Spiel heißt Ingress und es geht um nicht viel weniger als die Weltherrschaft - wie das eben so ist. Dazu blogge ich bestimmt später noch mal was, bei Golem gabs heute nen kurzen Artikel dazu.

Für Ingress (die Betreiberfirma heißt Niantic, das spricht man aber wie 'google' aus) benötigt man ein Android-Handy, geht nicht mit nem iPhone - ein Schelm, wer böses dabei denkt... Ist bestimmt nur der beknackte Review-Prozess des iTunes-Stores und so, wissen schon.

Also hab ich mir ein altes Android-Handy geliehen, das schockt aber nicht - Ingress macht auch aus modernen Androids einen Taschenwärmer, weil es permanent 3D-Grafik-Berechnungen durchführt, GPS-Daten nutzt und eine Netzwerkverbindung aufrecht hält. Alte Androiden haben einfach nicht genug büms.

Vor ungefähr drei Wochen hab ich mir in einer Art von Gruppendruckhysterie ein Google Nexus4 bestellt, weil das preisgünstig und technisch auf dem Stand der Technik ist (und weil ich ne Meise habe, jaja).

Die Software-Migration war mit drei Ausnahmen problemlos:

  • Ich benutzte bisher things um mich zu sortieren und nix zu vergessen.
    Der theoretische Hintergrund dazu wird bei Getting Things Done / GTD angerissen, ich erlebe es als große Hilfe, Dinge, die einmal im 'System' gelandet sind, nicht mehr vergessen zu können und diese umgekehrt auch erstmal bewußt ausblenden zu können.
    In der Praxis klopfe ich alles (alles[tm]) in die passende Anwendung rein, und zupfe es dann später auseinander, sortiere, fasse zusammen, strukturiere, terminiere, bla rabarber fasel.
    Um das tun zu können, brauche ich eine Anwendung, die lokal (ohne Netz) funktioniert, und zwar auf einem Gerät, daß ich immer dabei habe, also z.B. einem Handy - es reichen meist wenige Stichworte, um später daran weiter arbeiten zu können, ich mach das dann meistens am Computer, weil es übersichtlicher ist. Deswegen muß sich die Anwendung, so wie sie Netz spürt, mit allen Geräten, die ich benutze, synchronisieren können, um überall den gleichen Stand zu haben - ich will nicht von Hand dafür sorgen müssen, das die Stände stimmen.
    Als ich mit GTD angefangen habe (auf Papier, das geht auch :), gab es vor allem webbasierte Services (die verstiessen damals gegen die erste Forderung, das ist inzwischen kein Problem mehr) wie z.B. Remember The Milk, oder Insellösungen, die nur auf einem Device funktionierten.
    Things stach damals wohltuend hervor (konnte aber noch keinen cloud-sync, sondern nur Sync im gleichen Wlan), ging (und geht) aber nur auf iOS-Devices und aufm Mac - und war relativ teure Löhnware, aber es konnte alles, was ich mir vorstellen konnte und brauchte.
    Es gibt nen für mich brauchbaren, längeren Vergleich von GTD-Tools - nach dem Lesen und angleichen meiner eigenen NoGo-Kriterien bin ich bei Doit.im hängen geblieben und bin nur mässig begeistert, eventuell krempel ich das noch mal um.
  • Der zweite Migrationsschmerz war eine Fahrtenbuch/Autokosten-Anwendung, deren Daten ich übernehmen wollte - ich hab das auch im leichten Fiberwahn mit den wahrscheinlich üblichen Schmerzen hinbekommen.
  • Google hat mein sorgfältig gepflegtes Adressbuch angesaugt, runtergeschluckt, anverdaut, mit allen Google-Accounts (ich habe aus beruflichen und auch privaten Gründen leider einige) und deren total ungepflegten Contacts-Datenbanken vermischt, und wieder ausgespuckt.
    Nicht schön, aber ich hatte ein Backup und hab es im dritten Anlauf einigermaßen hinbekommen, welcher Google-Account wo wie das führende System sein darf.

Alles andere gibts genauso oder sehr ähnlich fürs Android, ein paar Konzepte sind anders, z.B. für Apples komplettes lokales Backup des kompletten Devices gibts keine Entsprechung, aber da ist nix, mit dem ich nicht schnell klarkommen würde - viele Dinge gefallen mir auch besser, einfach deshalb, weil es weniger Einschränkungen gibt. Man kommt z.B. einfach so ohne Gehumpfe ans Filesystem, kann beliebige mp3 als Klingeltöne verwenden und so weiter.

Die Akkulaufzeit ist geringer als beim iPhone, aber für Ingress brauch ich ja eh die externe Batteriebank.

Haptik und Handhabung des Gerätes ist gut, das Display ist der Hammer, und im Vergleich zu einem mir zufällig näher bekannten, knapp zwei Jahre älteren Google-Telefon hat es auch beim Ingress spielen Power ohne Ende.

Problematisch war noch die Integration ins Auto - ich höre im Auto auf längeren Strecken gerne Podcasts und will die Autobatterie statt des winzigen Handyakkus nutzen.

Komischerweise gibt es da weniger komplette Angebote als fürs Eifon - durch den proprietären Apple-Connector wämst man das Handy da drauf und hat Strom und Musik ein- bzw. ausgekoppelt und fertig (siehe mein Gejammer bei g+).
Es gibt nur wenige gerätespezifische Autohalterungen fürs Nexus, die auch gleich Strom zur Verfügung stellen (gefunden hab ich genau eine, die Brodit 512482) - da verkantet nix und man muß wenigstens nicht noch das Stromkabel ranfummeln wie an diese ganzen hässlichen, schlecht passenden Universalhalterungen; aber Musik kommt da dann noch keine raus, und auf Kabelgefummel in die Kopfhörerbuchse hab ich echt gar keine Lust.

Für die Übertragung von Geräuschen aus dem Handy ins Autoradio hab ich jetzt einx A2DP-fähiges Zemex-Kastl, das sich für einen CD-Wechsler hält (preisgleiche Alternative). Es führt sich dabei so gut, daß mein Autoradio das auch denkt :-) - und der Clou ist, das es mechanisch und elektrisch die gleiche CD-Wechseler-Schnittstelle wie das Vorgänger-Kastl für das iPhone nutzt - ich mußte also nicht noch mal die ganze doofe Mittelkonsolenverkleidung ausbauen, sondern es nur anstecken, Nexus per Bluetooth mit dem Ding pairen und fertig. Ingress rödelt jetzt über die Lautsprecher des Autoradios, was schon ziemlich bedrohlich klingt. :)

Ich habe einen NFC-Tag in die Autohalterung geklebt und ich verwende Llama, damit das Handy erkennt, daß es in der Autohalterung steckt und sich entsprechend konfiguriert. Llama ist eh echt cool, um Aktionen am Handy auszulösen, es kann viel mehr, als nur Lautstärke-Profile einzustellen, sondern kann nahezu alle Software und die meiste verbaute Hardware umkonfigurieren, und das z.B. nach Gebieten, die es auch an den dort stehenden Handymasten erkennen kann (man braucht dafür kein akkumordendes GPS) oder auch am Ladezustand, an vorhandenen Wlans, Umgebungshelligkeit und und und - und kann damit BT, Screenlock, GPS, Wlan, Benachrichtigungstöne und -Vibratoren und noch vieles mehr als Aktionen für beliebige Situationen konfigurieren.

Die Migration ist damit abgeschlossen und für ein Migrationsprojekt mehr als zufriedenstellend, insgesamt eher sehr gut verlaufen. p>


Nachtrag 13.03.2013

Zum Thema Backup: Es gibt nun auch eine einigermaßen vernünftige Lösung.


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11.02.2013


01:11 Uhr  Tauziehen mal anders



Ich mach ja seit dem Sommer diese komische Sportart, bei der man mit ca. 17 anderen möglichst gleichmäßig Wasser schaumig schlägt - und da das im Winter immer so schnell dunkel wird (und einige behaupten, weil es so kalt ist), haben wir das letztes Wochenende mal drinnen gemacht.

Da ja so ein Drinnenbecken in der Regel nur 50 Meter (oder viel kürzer) ist, gibt es dabei aber nicht so viel Fahrspaß (ein Drachenboot ist 12m lang) - und dann erst das nervige Umdrehen...

In Rendsburg hat man dazu eine einfache Lösung entwickelt. Man paddelt einfach mit zwei Booten gleichzeitig, und verbindet dieses über ein Seil und ein Rollensystem, das bei der Belastung, wenn 2 x 16 Paddler voll reinhauen, auch ganz schön knirscht.

Das sieht dann so aus:


Ja, wir haben diesen Lauf nicht gewonnen und ne leichte Raupe im Schlag. Irgendwas ist immer.

Wer sich fragt, wie das in Bewegung aussieht: Es gibt auch ein Video.


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28.01.2013


01:22 Uhr  Dreckwetter Hamburger Art



Kalt, Eis aufm Wasser, dazu Schneeregen. Vorteil: Es krebsen nicht so viele Leute draussen rum :)


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26.01.2013


14:06 Uhr  Bilder-Upload per SD-Karte und Handy


Da hat man so eine richtige Kamera, macht Bilder und ist so von sich selbst begeistert, daß man sofort die ganze Welt darüber informieren muss - und bekommt die Bilder nicht ins Netz, weil man dafür erst die ganze Bilder-Litanei durchspielen muss:

  • Hingehen, wo der Rechner wächst (ich fotografiere erstaunlich oft draussen)
  • Karte aus der Kamera herausprokeln
  • Karte in den Rechner/Cardreader fummeln
  • Bildbearbeitungsoftware anwerfen, Bilder von der Karte lullern
  • Wenn man schon mal dabei ist: Bilder taggen, ein bißchen an den Bildern rummachen - und *zack* ist man schnell mal wieder ein paar Stunden dabei...
  • Bilder exportieren
  • Bilder hochladen
  • Am Ziel noch mal in die richtigen Alben/Gruppen schieben

Meine aktuelle Alternative: Bild mit dem mobilen Endgerät machen. Die Kamera im Eifon ist gar nicht sooo irre scheisse, wenn ein paar Randbedingungen stimmen: Man braucht Sonne, Sonne und Sonne, eventuell dazu noch möglichst helles Licht, dann geht es - es macht sogar Spaß.
Es schmeckt aber doch etwas nach dem typischen, stark gesüsstem Jugendherbergs-Tee, wenn man eh ein lichtansaugendes Foto-Monster dabei hat und gerade dabei ist, *das* Bild des Jahrhunderts zu machen, oder?

Die vom Hersteller vorgesehene Alternative ist ein wlan-Dings, das man in die Kamera frimelt, und das dann eine beliebige Netzwerkverbindung nutzt, z.B. eben das eh vorhandene mobile Telekommunikationsendgerät. Erstmal nicht schlecht. Herr Nikon bietet da z.B. dieses Dingsbums hier an - kostet lumpige 50 Euro. Aaaber: Passt nicht an meine Kamera, sondern nur an die nächst kleinere Kamera (und weitere), die Nikon als 'Consumer'-Kameras einnordet.

An meine 'Profi'-Kamera passt das Dingelchen aber nicht, stattdessen gibt es 'sowas ähnliches'. Leider ist der Preis aber nicht mehr so ähnlich, sondern gleich deutlich um eine weitere Stelle verrutscht, und man braucht auch noch nen Adapter dafür, der auch noch mal Geld kostet - mit schlappen 800 Eypo ist man dabei.

Da ich mein Geld auf einigermaßen lautere Art verdiene und diese Problematik auch keine täglich auftretende Notwendigkeit ist, kann ich das vor mir selbst nicht besonders gut verargumentieren (ich nehme entsprechende Arguliner aber gerne für eventuell zukünftige, ebenfalls lebensnotwendige Ausrüstungskäufe an).

Es gibt mindestens einen Wahnsinnigen, der versucht, Herrn Nikon ein Schnippchen zu schlagen; er hat es geschafft, in den günstigen Wlan-Adapter hineinzukriechen, um ihn an einer D800 benutzen zu können - und er hat dazu auch einen Vortrag und wirklich sehenswerte Folien dazu gebastelt, aus den Folien geht aber z.B. nicht genau hervor, wieviele unschuldige Dongles er dabei zerfrickelt hat. Das ist mir etwas zu hardware-nah - außerdem würde das dann (genauso wie der andere, teure Nikon-Stöpsel) auch nicht an meiner anderen Kamera funktionieren, und das ist ja auch schade.

Es gibt aber noch eine einfachere Lösung für das Problem, seit einiger Zeit gibt es SD Cards mit eingebautem Wlan, inzwischen gibt es diese auch von mehrern Herstellern. Das Prinzip ist einfach: Die wlan-SD-Karte stellt ein Adhoc-Netzwerk zur Verfügung, in das man sich mit einem Laptop oder einem Handy, Tablet oder was auch immer einhängt, und dann die Bilder von der Karte puhlt oder sie mit einer entsprechenden App auf das andere Gerät übertragen läßt.

Ich hab jetzt eine Karte von Eye-Fi, für mich sieht das so aus, als wäre das eine Tochter von Sandisk - zumindest landet man dort, wenn man länger auf der Webseite rumklickert. Ansonsten gibts noch ähnliche Karten von Sandisk (ach!), Toshiba und Transcend, allerdings ist der Funktions-Umfang der Software doch ziemlich unterschiedlich - bei meinen Recherchen erschienen mir die Eye-Fi am ausgereiftesten.

Ein Hauptproblem dieser Karten ist, daß sie kein Userinterface haben, d.h., um die Karten zu konfigurieren, benötigt man einen Rechner (bei meiner Eye-Fi-Karte (Pro X2) geht neben Windows auch nen Mäc), und für mindestens die erste Installation benötigt man auch Internet, weil sich Software und Karte erstmal auf den neuesten Stand rubbeln wollen und ein individueller Account beim Hersteller angelegt wird.

Die erstellte Konfiguration wird dann auf die Karte gebimst und kann so genutzt werden.

Die Software ist (aufm Mac) eher räudig - von Userinterface Design und gängigen Standards haben die scheinbar noch nie was gehört. Die Dokumentation ist auch nicht so der Bringer, ich hab mich da erstmal etwas verhaspelt - englische Doku nutzen, da sind wenigstens keine Übersetzungsfehler drin, trotzdem bleiben erstmal Dinge unklar.

Die Grundidee ist, daß die Karte versucht, ein ihr bekanntes Wlan zu benutzen und dort die passende Software auf einem Device zu finden. Findet die Karte kein ihr bekanntes, vorkonfiguriertes Wlan, baut sie ein eigenes auf, das dann von genau einem Device genutzt werden kann (also eigentlich kein Adhoc-Netz - Eye-Fi nennt das DirectMode). Wenn ein bekanntes Netz vorhanden ist, geht der DirectMode nicht, gleichzeitig kann die Karte aber z.B. keine WPA2/Enterprise-Authentifizierung...
In der mitgelieferten 1-2-3-Doku wird das nicht ganz klar, besser ist (fürs eifon) diese Anleitung hier. Die Iphone-App gibts für umme im iTunes-Store, für Androiden gibts eine ähnliche/gleiche Anwendung.

Die Karte kann in mehreren Modi laufen, so ist es z.B. möglich, alle oder nur bestimmte Bilder aus der Kamera auf das Device zu übertragen, oder auch alle oder nur bestimmte Bilder ins Netz zu blasen, die Liste der möglichen, vorkonfigurierten Bilderservices ist bereits irre lang (Facebook, flickr, 500px, twitter, mobileMe, picasa, snapfish, evernote, shutterfly, Canon, Nikon, moveable type, gallery2 und noch viele mehr, die ich nicht kenne).

Die passenden Grundmodi muß man (noch) über die Konfigurations-Anwendung auf einem Computer einstellen, die iOS-App kann allerdings schon einen Eye-Fi-Webservice ansprechen, der diese Infos vorhält. Ich nehme an, daß man darüber auch bald komplett konfigurieren kann.

Mein Setup sieht zum Probieren erstmal so aus:
Meine Kamera hat zwei Kartenschächte, für die Benutzung der Eye-Fi-Karte habe ich ein Profil erstellt, daß ein RAW-Bild auf die eine Karte und das kleinstmögliche Jpeg-Bild auf die Eye-Fi-Karte schreibt. Die Eye-Fi-Karte ist deutlich kleiner (8GB) als die andere, aus diesem Grund hab ich sie als 'endless memory' konfiguriert: Sie überschreibt die ältesten Dateien automatisch wieder.
Die Kamera überträgt erstmal alle Bilder auf das Telefon, dort muß aber manuell ausgewählt werden, wenn ein Bild ins Netz geblasen werden soll.

Selbst die kleinsten Jpegs sind noch irre groß (3680 × 2456 px, 9MB) - es dauert geschätzt 15 Sekunden, ein Bild zu übertragen. Das macht auch bei Serien nix, die Kamera ist da relativ geduldig und schiebt immer nach. Auf Dauer ist es sicherlich schlau, schon auf der Kamera zu entscheiden, welche Bilder man übertragen will - bei der Nikon geht das durch das Drücken der Schloss-Taste - (theoretisch, jedenfalls).

Bildbearbeitung auf dem iPhone klappt mit Camera+ leider nicht so ganz gut, die Anwendung mault sich beim Speichern der Änderung auf (ich nehme an, vor Schreck, weil die Bilder eine für iPhone-Bilder sehr ungewohnte Größe haben). Besser sieht es mit Snapseed aus, allerdings finde ich das schwerer zu bedienen als Camera+.

Vom Telefon aus kann man dann an diverse Webservices andocken, wenn man diese vorher konfiguriert hat. Dabei gibt es meist alle Möglichkeiten, die die jeweile API bietet, also z.B. bei Flickr und Facebook definierbaren Albumnamen, Sichtbarkeitseinstellungen, Default-Tags, Größenvorgaben usw.

Wenn man nicht aufpasst, schreibt die App wie der Teufel Emails und twittert sich nen Wolf, wenn es ein Bild rausgehauen, der Upload angefangen oder aufgehört oder abgebrochen ist. Kann man jedenfalls konfigurieren...

Die Karte kann auch RAW-Daten und Videos übertragen (Vorsicht, daß können nicht alle Karten) - für meinen Anwendungsfall "Bilder aus der Kamera ins Web2.0 pumpen" brauch ich das eher nicht, und so große Daten will ich auch eher nicht per Wifi bewegen, aber wer so eine Karte im Studio nutzen will, damit die Bilder nach dem Abdrücken gleich auf einem großen Monitor zu betrachten sind, sollte darauf achten.

Ebenso kann die Karte eine sehr primitive Art von Geotagging - statt GPS mit Hilfe von Orts-Daten über bekannte drahtlose Netzwerke. Mir ist das zu dünn, aber ich hab je eh immer nen richtiges GPS in der Tasche - hab ich noch nicht ausprobiert.

Im Vergleich dazu funktioniert z.B. die Wifi-Karte von Toshiba anders, dort baut die Karte ein Adhoc-Netz auf und stellt einen Webserver zur Verfügung. Offensichtlicher Vorteil: Man benötigt keine App, tut also mit jedem wifi-fähigen Gerät, jeder Dateityp kann übertragen werden. Eventueller Nachteil: Die Karte pushed nicht, man muß abholen. Bei nachbelichtet.com gibts nen Review.


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06.01.2013


21:20 Uhr  Raketenbrenner und Waffeleisen...


Problemstellung: Man will (äh, also: wir[tm] wollen) Waffeln essen. Und zwar irgendwo, wo eventuell kein Strom ist. Frische, warme Waffeln.

Also schiesst man sich bei Ebay oder so ein schönes, altes gusseisernes Waffeleisen (Achtung, wenn da das Label 'historisch' oder 'antik' angeklebt wird, kann es sinnlos teuer werden, mehr als 30 Eypo würde ich nicht ausgeben) - die gibts in verschiedenen Ausführungen, mir gefallen die, die man mit einem passenden Ring in die Feueröffnung (bzw. auf dem Platz der herausgenommenen Ringe) einer Küchenhexe einlegen kann, am besten - siehe weiter unten.

Als einfachste transportable Kochstelle kann eine Blechmülltonne dienen, unten eine Feuerklappe und ein Rost einbauen, fertig. So zu sehen auch auf typischen Großgeländespielen für viele hungrige Spieler mit stark ausgeprägten, spielbedingt standorttreuen Verweildauern beider Mannschaften.

Aber so eine Mülltonne hat nicht richtig büms, die einzelne Waffel dauert einfach zu lange...

Also hat sich ein werter Aushilfspyromane und guter Freund mal intensiver mit dem Problem beschäftigt, und schon vor längerem angefangen, Holzvergaser-Brenner zu basteln. Das Prinzip beruht darauf, daß nicht einfach Holz verbrannt wird (wie bei einem Lagerfeuer), sondern das das bei der Holzverkohlung (Verbrennung unter Luftmangel) austretende Holzgas mit frischer Luft gemischt und dann mit Wums verbrannt wird. Technisch ist das ähnlich der zum Ende des zweiten Weltkriegs aus Rohstoffmangel eingesetzten Holzvergaser in Autos (ein lohnendes Buch, in dem so ein Holzvergaser-Auto eine Rolle spielt, ist von Lothar-Günther Buchheim - Die Festung - das ist die Fortsetzung von 'Das Boot').

Man braucht also ein Feuer mit eher wenig Luft, einen Rauchkanal, viel Frischluft, die nach der Verkohlung zugeführt wird. Je länger der Rauchkanal ist, desto eher zieht er selbst ordentlich Sekundärluft an und man kann auf propellierte Zusatzluft (PC-Lüfter, auf dem kleinen Bild 12V aus der Lampe) verzichten - Christoph hat sowas schon mal in klein gebaut - funktioniert und faucht (die Thermoskanne ist doppelwandig, die Doppelhülle wird für die Sekundärluft genutzt, der Boden ist rausgeflext, die Doppelhülle oben neben dem Ausguss geöffnet, so daß die unten angesaugte Luft sich dort mit dem Rauchgas vermischt und entzündet werden kann).

Auf dem großen Silvesterabenteuerspielplatz war genügend Material und Werkzeug vorhanden, um ein lebensgroßes Echtmodell zu bauen - ohne Lüfter. Das ganze Dings wird so heiß, daß sich das Rauchgas irgendwann selbst entzündet, allerdings ist der Startvorgang ne sehr qualmige Angelegenheit :-)

Im Aufmacherbild seht Ihr, wie das Rauchgas am oberen Ende von alleine durchzündet - unten, in dem rotglühenden Topf arbeitet das Kohlfeuer, das Rohr ist ebenfalls doppelwandig (also zwei Rohre ineinander gesteckt), die Sekundärluft strömt über dem glühenden Eimer in den Außenring des Schornsteins ein. Nachgeschmissen wird von oben, an dem Waffeleisen vorbei.

Das Waffeleisen ist in drehbaren Zapfen gelagert, es hat eine Zwangsschliessung, wenn es gedreht wird - die Waffel kann also nicht beim Drehen des Eisens rausfallen. Es gibt mehr Bilder (und noch mehr), falls das jemand nachbauen möchte. Eine Waffel dauert mit dem Teig, den wir hatten, etwa Minute. Dieser Raketenbrenner ist auf eine Sackkarre montiert, das gibt eine gute Transportmöglichkeit, das Ding fällt nicht so leicht um und vor allem hat es eine angenehme Arbeitshöhe.

Wichtig: Vor dem Zubereiten von Lebensmitteln das ganze gebaute Dings in Ruhe ausglühen, Zink ist gerne mal auf irgendwelchen Metallteilen, und das muß echt runter, sonst fallen Euch die Blomben raus.

Es gibt auch eine kommerzielle Version dieses Ofentyps, der nebenbei noch Strom erzeugt (per Peltier-Element) - die Idee ist, diese in unterentwickelten Regionen einzusetzen, und nebenbei etwas Strom zum Laden von typischen Akkugeräten zu erzeugen.



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02.01.2013


17:28 Uhr  Und ein schönes neues Jahr...



Ein kleines bißchen Kokeln mit Freunden - Mond und Orion schauen zu.

Jahreswechsel 2012/2013 auf dem Hullerbusch.


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24.12.2012


09:47 Uhr  Fröhliche Weihnachten!



Ich wünsche Euch fröhliche Weihnachten.


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11.12.2012


00:01 Uhr  Dunkeldings mit Sternen


Wie immer: Klickern in die Bilder vergrößert...

Ein paar werden es bemerkt haben, den meisten von Euch wird das aber total schnurz sein - seit ein paar Wochen hab ich ne neue Kamera. Auf den ersten Blick ein total unnötiger, finanziell intensiver Schritt, bessere Fotos macht die neue nämlich eigentlich nicht, weil der Fotograf der gleiche geblieben ist :-)

Aber sie bietet mir mehr (technische) Möglichkeiten, und zwar unter anderem auch an einem für mich besonders interessanten Punkt:
Bei wenig Licht.

Ich fotografiere gerne mit dem Licht, das sowieso da ist; wenn es geht, eben ohne künstliche Lichtquellen und dem damit verbundenen Aufbaubrimborium, dafür lieber mit Stativ.

Der Sensor der neuen ist noch mal deutlich größer als bei meiner alten Kamera ("DX/crop", jetzt "FX/Kleinbild", siehe Sensorformate), daß ergibt neben anderen Vor- und auch Nachteilen (eine Googlesuche bringt ungefähr 12 Mio Treffer - die Fotogemeinde im Netz ist da mit religiös-fundamentalistischem Eifer bei der Sache) erstmal und total unbestritten einen Sack voll mehr Platz für diese kleinen, niedlichen lichtempfindlichen Elemente, und damit auch ein weniger kritisches Verhalten bei schlechtem Licht und der damit verbundenen elektronischen Verstärkung des wenigen aufgefangenen Lichts - das hab ich neulich relativ ausführlich ausgebreitet.

Am Wochenende war ich bei den Szafs und hatte Zeit und Muße, einen phantastischen Sternenhimmel zu beobachten, weil es in der Knüste einfach kaum Lichtverschmutzung gibt und es dazu schweinekalt und sehr klar war. Ich hab dann dann in aller Ruhe Bier, Stativ, Kabelauslöser, Kamera und einen gierigen Hund mit auf die verschneite Weide geschleppt, und herumzuprobiert, bis die Batterien vom Kabelauslöser keine Lust mehr hatten (das ging zur großen Freude meiner Zehen relativ schnell).

Erstes Learning: Die Erde dreht sich ziemlich schnell. Wenn man zu lange belichtet, gibts Maden statt Sterne (gleiches Bild wie links).
Das, was auf dem Bild links nicht mitmadet, ist Polaris, also der Polarstern / Himmelsnordpol, das Ende des kleinen Wagens, um den sich der Sternenhimmel dreht (jaja: Galileo leg Dich wieder hin, die Erde dreht sich, schon klar). Das Bild ist 500 Sekunden belichtet, für leichte Maden reichen aber bei der von mir verwendeten Brennweite von 24mm schon 30 Sekunden aus.

Die Länge der Strichspur kann man ausrechnen. Ich hab mich (durch Experimente, weil ich die Antwort auf meine Frage natürlich wieder vergessen hatte) auf 15 Sekunden eingeschossen, das passte erstmal ganz gut, auch wenn das eigentlich noch zu lang ist, etwas würmen tut es da auch schon, einer Verdoppelung der Empfindlichkeit (die 15-Sekunden-Bilder sind mit ISO400 aufgenommen) steht mit dieser Kamera nix im Wege, ich kann also das näxte Mal die Zeit halbieren.

Alternativ könnte ich mir auch mal eine parallaktische Montierung ausleihen ('allo Brüderchen), die führt dann alleine nach, aber ich bin mir sicher, das das die ganze Schlepper- und Einjustiererei nicht wert ist.

Zweites Learning: Dieser Sensor ist ein lichtansaugendes Monster
Es ist unglaublich, was der Sensor noch so mitschneidet, obwohl es dunkel (so dunkel wie in: Dunkel wie im Bärenarsch) ist.

Die beiden folgenden Bilder sind das gleiche Bild. Das links ist direkt aus der Kamera (und zeigt erstmal weniger als das blanke Auge), das rechts ist bearbeitet - wobei ich nur die Belichtung etwas aufgezogen habe (es lohnt sich, ins Bild zu klickern, um an die große Version zu kommen...).

Es ist unglaublich, was da noch alles auf dem Sensor ist, was er erstmal nicht rausrückt, und ich bin mir sicher, daß es sich nicht um kaputte Pixel auf dem Sensor, sondern um ferne Galaxien und Zeugs handelt.


Noch ein Beispiel gefällig? Leider Querformat, die bekomme ich nicht nebeneinander - zuerst aus der Kamera, wieder sah das Auge etwas mehr, aber immerhin:


Und dann etwas aufgehellt (und ich hab wegen der Lichter von Feldberg im Hintergrund etwas an den Farben gedreht), ein in meinen Augen wirklich wunderschönes (amazing, gorgeous, mir fehlen die Worte) Bild:


Und einmal stark überzogen (und rauschend), aber man erkennt auf einmal die Walzen im Vordergrund als das, was sie sind:


Ich bin platt, echt.

Drittes Learning: Ich glaub, ich brauch nen fieses Weitwinkel.
Das wird bestimmt wieder nicht billig. :-)


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23.11.2012


23:46 Uhr  Kleine Fotoschule - Part 1 - Belichtung - kurz und schmutzig


Es hat sich heute ein gewisser Bedarf ergeben, ein paar grundsätzliche Foto-Dinge zu erklären :-). Hier kommt die Klärung - sehr vereinfacht und deswegen in den Details nicht besonders genau. Aber es bietet einen Einstieg, der sich an real erlebten Situationen orientiert und diese aufarbeitet :-)

Wer mehr/genauer wissen und/oder klugscheissen will, sehe zur Vertiefung in Tom Striewischs Fotolehrgang und vor allem in Andreas Hurnis Schöner Fotografieren (sehr ausführlich, nur Mut, muß man nicht alles auf einmal lesen) nach. Allgemeine Tipps hab ich schon mal zusammengefasst.

Anmerkungen vom Sätzer gibts in kursiv, ich versuche ein Q&A-Stil durchzuhalten.

Warum kann man an einer Digitalkamera überhaupt Einstellungen vornehmen? Auschnittwählen und druff reicht doch?

Um die Belichtung, die Schärfe, die Farben und den Bildausschnitt zu bestimmen, und die Vor- und Nachteile dieser Elemente bildbestimmend einzusetzen. Sehr grobe Antwort, alles zu seiner Zeit, heute gibts erstmal Belichtung....

Wie kann man die Belichtung beeinflussen?

Im wesentlichen durch drei Parameter:

  • Verschlusszeit (wie lange fällt Licht auf den Sensor)
  • Blende (wieviel Licht fällt gleichzeitig auf den Sensor)
  • Empfindlichkeit (wie viel Licht braucht der Sensor, bis er 'voll' ist)

Ok, was macht denn die Kamera, wenn man sie läßt?

Das ist unterschiedlich. Im Prinzip versucht die Kamera vor allem, durch Beeinflussung der drei Parameter eine ideale Belichtung zu basteln, die den menschlichen Sehgewohnheiten entspricht und alle Bereiche des Bildes sauber durchzeichnet, sowohl in den Schatten, in denen noch was erkennbar sein soll, als auch im Himmel, der noch nicht ausgefressen sein soll. Leider ist der Dynamikumfang einer Digitalkamera immer noch nicht so, wie der des menschlichen Auges, dewegen macht die Kamera da Kompromisse. Dazu weiter unten mehr.

Alle drei Parameter haben spezifische, bildbeeinflussende 'Nebeneffekte', im positiven und negativen Sinne. Die Kamera versucht, dabei schön in der Mitte zu bleiben, damit diese Effekte möglichst keine Rolle spielen, solange man nicht spezielle Motivprogrammme (jaja, dazu später) verwendet.

Ok, welche Nebeneffekte hat denn die Wahl der Verschlusszeit?

Verschlusszeiten werden (in Standardsituationen) in Sekundenbruchteilen angegeben. Eine kurze Verschlusszeit ist also z.B. 1/1000s. Eine lange Verschlusszeit ist z.B. 1/60s. Bedingt durch die menschliche Tatterigkeit macht es keinen Sinn, zu versuchen, längere Verschlusszeiten als 1/30 aus der Hand zu fotografieren, das Bild verwackelt sonst mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit. Eigentlich geht die Regel: Verwende niemals eine längere Verschlusszeit als den Kehrwert der aktuellen Brennweite, also bei einer Brennweite von 28mm eben 1/30tel, bei einer Brennweite von 150mm mindestens 1/150tel. Aber über Brennweite wissen wir noch nix, später...

Eine kurze Verschlusszeit friert Bewegungen ein, je kürzer, desto krisper; eine lange Verschlosszeit macht Bewegungen erfahrbar - das Auge kann keine langen Verschlusszeiten!

Gut, was ist mit der Blende, gibts da auch Effekte?

Die Blende ist die Größe des Lochs, durch das das Licht auf den Sensor fällt. Man kann die Größe verstellen, weil es ja nicht immer gleich hell ist. Ist dieses Loch klein, fällt wenig Licht durch, ist das Loch groß, fällt viel Licht durch - einfach, oder? Leider ist die Benamsung auf den ersten Blick genau umgekehrt: Eine offene Blende wird mit einer kleinen Zahl, z.B. 2 bezeichnet, eine geschlossene Blende mit einer größeren Zahl, z.B. 16, bezeichnet. Warum ist erstmal egal, steht aber bei Wikipedia.

Ein wichtiger Nebeneffekt: eine stark geschlossene Blende (große Zahl) vergrößert den Bereich der fotografierten Szene, der auf dem Bild scharf abgebildet wird, eine weit geöffnete Blende (kleine Zahl) verringert den scharf abgebildeten Bereich. Das nennt man übrigens Schärfentiefe, ist leider auch noch von der Sensorgröße, der Brennweite und dem Fokus-Abstand abhängig - bekommen wir irgendwann später.

Ok, und die Empfindlichkeit?

Bei einem Sensor kann man die Empfindlichkeit regeln. Im Gegensatz zu Blende und Verschlusszeit liegt hier der unkritische Bereich nicht in der Mitte, sondern klar an einem Ende der Möglichkeiten: Versuche immer, die niedrigst mögliche Empfindlichkeit zu wählen, so daß die anderen beiden Werte (Blende, Verschlusszeit) in den Bereichen bleiben können, in denen sie unkritisch sind oder im positiven und vor allem Deinem Sinne bildbeeinflussend laufen.

Die Empfindlichkeit wird in ISO (ISO 5800) angegeben, und endlich ist das mal kein Bruch oder ein reziproker Wert - ISO100 ist weniger empfindlich als ISO200, und zwar genau um die Hälfte, ISO400 ist doppelt so empfindlich wie 200 und so weiter.

Eine höhere Empfindlichkeit wird durch eine größere elektronische Verstärkung des vom Sensor eingefangen Signals erreicht, und elektronische Bauteile rauschen. Dieses Rauschen wird mit verstärkt, d.h., je höher die Empfindlichkeit ist, desto stärker rauscht das resultierende Bild. Je größer der Sensor ist, desto besser bekommt man das in den Griff, je kleiner und günstiger der Sensor ist, desto mehr Kompromisse muß man eingehen.

Ebenso sinkt mit höherer Empfindlichkeit der Dynamikumfang des Sensors - d.h., wenn es irgendwie geht, solltest Du mit dem niedrigst möglichen ISO-Wert arbeiten, der es ermöglicht, mit aus der Hand fotografierbaren Verschlusszeiten zu arbeiten.

Welcher der höchste, noch erträgliche Wert ist, mußt Du ausprobieren. Gerauscht wird vorallem in dunklen Bildbereichen, bei Handys wird es schon bei ISO400 unerträglich, bei besseren Kompaktkameras können auch ISO640 noch brauchbar sein, mit einer aktuellen FX-DSLR kann man auch noch mit ISO2000 locker flockig ohne rauschen (ja, kein schönes Motiv, ich weiß) fotografieren.

Viele Kameras haben eine AutoISO-Funktion, mit der man der Kamera die ISO-Einstellung überlassen kann - kommt man in einen Verschlusszeitenbereich, der Verwackelungsgefahr birgt, dreht die Kamera an der ISO-Schraube. Das ist, wenn man dem System bewußte Grenzen setzt, durchaus interessant - eine Stellschraube weniger, an der man fummeln muß.

Wie funktioniert nun die Belichtungsmessung?

Gleich. Vorher beantworte ich noch eine andere Frage, und zwar, wie man entscheiden kann, in welchen Topf der optischen Unzulänglichkeiten man denn nun am besten greift.

Das hängt stark vom Motiv und von der gewünschten Bildwirkung ab. Fotografierst Du z.B. sitzende Menschen, ist es beim späteren Betrachten der Bilder unglaublich wichtig, daß diese scharf abgebildet werden. Die Wand zwei oder drei Meter dahinter und die schreckliche Tapete interessiert dann aber keinen mehr. D.h., es wäre sinnvoll, die Menschen durch eine weit offene Blende (und damit einhergehende geringe Schärfentiefe) von der Wand abzuheben, das Motiv freizustellen. Die Verschlusszeit ist dagegen bei so einem ruhenden Motiv weitgehend egal, Hauptsache, die Belichtung stimmt insgesamt. Du könntest also den Belichtungsmodus A (Av, Aperturepriority, Blendenvorwahl) verwenden - Du gibts die Blende vor (Offenblende, 1.8 oder 2, oder was die Kamera hergibt), die Kamera gniddelt die passende Zeit dazu und passt über AutoISO gegebenenfalls die Empfindlichkeit an, damit Du nicht verwackelst.

Oder Du möchtest Skifahrer oder einen fliegenden Hund fotografieren - in so einem Fall ist es sinnvoll, genau das Gegenteil zu tun und den Belichtungsmodus S (oder T, Tv - shutter bzw. timepriority, Zeitvorwahl) verwenden und stellst die gewünschte Belichtungszeit ein, die passende Blende denkt sich dann die Kamera aus.

Oder Dir ist das alles egal, weil es nicht bildbestimmend ist und Du nix durch Einstellgefummel verpassen willst - dann verwendest Du den P(rofi - nee, Programm-Modus), und die Kamera macht einfach irgendwas hoffentlich sinnvolles[tm]. Achtung, im P-Modus wird nicht nur die Belichtung, sondern auch die Fokussierung (was wird vom Autofokus anvisiert) von der Kamera übernommen, davon haben wir noch nicht gesprochen). Im P-Modus kann man 'shiften', d.h., auch an der Blende/Zeit spielen, der andere Wert wird dann entsprechend mitgeändert, so daß die Gesamtbelichtung gleich bleibt: 1/250 und Blende 5.6 macht genau so viel Licht wie 1/125 und Blende 8 oder auch 1/1000 und Blende 2.8 - siehe im später referenzierten Text 'schneeweiss' unter Lichtwert :-).

Die meisten Kameras haben noch spezielle Motivprogramme - FINGER WEG! Die machen Dinge, die man nur so ungefähr nachvollziehen kann, z.B. im Portraitmodus eben Scharfstellen auf 'Gesichter', offene Blende, im Sportmodus kurze Belichtungszeiten, im Nachtmodus HighISO und im Kreativmodus irgendwas kreatives... Entweder in Ruhe ausprobieren, was die Kamera da treibt, oder besser drauf verzichten.

Ok, jetzt aber, bitte... wie funktioniert dieser Belichtungsmesserkram eigentlich?

Das habe ich zum Glück schon mal ausführlich in einem älteren Artikel beschrieben: schneeweiss. Da geht es am Beispiel von vergrauten Schneebildern darum, zu verstehen, wie ein Belichtungsmesser die Welt sieht, und wie man dem am besten und mit dem Ergebnis besserer Bilder über die Strasse hilft. Nebenbei wird auch gleich erklärt, was ein Lichtwert ist, und wie man ein Histogramm richtig liest und zum eigenen Vorteil verwendet.

Dort weiter lesen, es lohnt sich, auch wenn Du nicht so scharf auf Schnee bist - das ist exemplarisch gemeint.

Und das näxte mal gibts dann was zum Thema Fokus/Schärfe. :-)




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30.10.2012


23:26 Uhr  Little People


Nach langer, langer Zeit gibt es mal wieder ein Mukser hier im Blog. Ich mache seit einiger Zeit wieder mit facebook rum, das frist einiges an Veröffentlichungswillen auf, genauso wie vorher schon mal für google+ beschrieben. So isses eben, für wirklich längere Texte sind g+ und facebook aber meiner Meinung nach ungeeignet, deswegen also mal wieder was hier. Es gibt noch ein paar andere, fast fertige Blogposts. Vielleicht bekomme ich die ja doch mal ganz fertig.

Ich habe neulich Slinkachu beziehungsweise The Little People Project entdeckt und war sofort so begeistert, daß ich mir dachte: Das willste auch mal probieren.

Der Reiz in diesen Bildern liegt für mich darin, mit den winzigen Männchen und Weibchen eine komplett andere Perspektive auf unsere alltägliche Wirklichkeit einzunehmen und diese wenn es geht, mit einem kleinen optischen Aha-Effekt auch anderen darzustellen.

Also fix mal Modellbahn-Deko-Figuren in H0 (also im Maßstab 1:87) in einen abgeranzten Modellbau-Secondhand-Laden gekauft, und etwas herumprobiert - dann gleich noch mehr Figuren bestellt, und mehr Bilder gemacht.

Technisch ist das ganze relativ einfach, man benötigt Figuren, Sekundenkleber (die Figuren fallen sonst immer um), eine Pinzette und eine Kamera, die einen Makromodus hat - das haben fast alle Knipsen, meistens ist das bei einfacheren Kameras eine Blumentaste, deren Aktivierung es erlaubt, sehr dicht an (kleine) Objekte heranzugehen.

Finanziell ist der Aufwand auch nicht so hoch, für 20 Euro bekommt man schon eine Menge Pulver in die Hand.

Gedanklich ist es etwas anspruchsvoller, passende Szenen zu entdecken und zu nutzen - wenn man nicht nur gefundene Sets nachbauen will. Die Idee für eine Szene, das passende Männekin in der Grabbelkiste zu finden, sich den Aha-Effekt und eine mögliche Perspektive zu überlegen, macht dann richtig Spaß.

Ich hab schnell rausgefunden, daß es in diesem Fall wohl mal einfacher ist, eine Kompaktknipse statt einer großen DSLR zu benutzen - dies hat damit zu tun, daß bei Makro-Aufnahmen der Bereich, der brauchbar scharf ist, sowieso sehr sehr schmal ist, und je größer der Bildsensor wird, desto geringer wird auch die Tärfenschiefe. Aus dem Grund muß man sehr viel genauer (und manuell, da ist nix mit AF zu wollen) scharfstellen und am besten mit Stativ arbeiten, aber da ja die Szene nicht wegläuft (die Hauptakteure sind eh 'fixiert'), hat man dann auch gleich die Chance, in aller Ruhe das Bild zu komponieren.

Dem geneigten Leser ist ja sicherlich schon klar, daß ich keine kompakte Knipse habe, oder? Also ran mit dem schweren Gerät und mal etwas Mühe gegeben. Der Nachteil der geringen Schärfe ist genauso auch ein Vorteil, man hat sehr schnell den bekannten 'Modellbahneffekt', ganz ohne Tricksereien mit Tiltshift-Software. Es ist ja schliesslich auch Modellbau :-)

Ich bin allerdings doch baff, wie brutal man abblenden muß. Die beiden Jungs auf der Uhr nebenan sind echt nur 2cm auseinander, das ist mit Blende 22 aufgenommen, und trotzdem ist der rechte Onkel schon wieder nicht mehr ganz scharf. Ich würde mich nie trauen, im normalen Fotoleben so fies abzublenden, Beugungsunschärfe, wissen schon. Aber mit so einem richtigen Makro-Objektiv geht das.

Insgesamt ist zumindest die on location Arbeit sehr bodennah und was für trockenes Wetter - im Studio (vulgo: auf dem Küchentisch) hat man ne etwas bequemere Arbeitsposition, dafür aber nicht die interessierten Blicke der Passanten, denen total unklar ist, warum der dicke Mann da sich gerade auf dem Boden rumwälzt - die Figuren sind so klein, daß man sie nicht sieht, wenn man nicht weiß, daß sie da sind...

Ich finde es deutlich spannender, sich draußen passende Plätze zu suchen, als am Küchentisch - man kommt mit Leuten und dem Wachschutz ins Gespräch und hat ziemlich unbegrenzte Möglichkeiten - wenn man sie denn entdeckt. Das ist jetzt in der dunklen Zeit zwar aufs Wochenende beschränkt, aber irgendwas ist ja immer.

Weitere Inspiration geben die passenden Flickr Gruppen, in denen man fast schon unüberschaubar viele tolle Bilder findet, es spornt auch an zu sehen, was meine eigenen Bilder dort für Zugriffszahlen haben...

Ich will unbedingt was mit Wasser machen (war ja klar) und was im/mit ÖPNV. Figuren gibts quasi für jede denkbare Lebenslage. Vom Feuerwehrmann unter Vollschutz bis zu FKK-Jünger(Innen), vom MEK-Kommando bis zum Clown, tanzenden Paaren, Waldarbeitern...

Zumindest Olli hab ich schon angesteckt, der Einstieg ist leicht. Wer also Lust verspürt: Ausprobieren. Blumentaste finden, und los. Wichtig ist es nur, nach den Experimenten den Makromodus wieder auszuschalten (HALLO OLLI, liest Du das?!?)

Slinkachu lässt nach dem Fotografieren seine Figuren als Kunstinstallationen im urbanen Raum zurück. Mal sehen, was sich da so ergibt, das auch zu machen.



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26.08.2012


23:18 Uhr  Timelapse - Videos mit Fotos.


timelapse Versuche

Ich mußte mich mal etwas ablenken, was anderes tun und hab mal was neues probiert - Filme aus Bildern zusammenwämsen. Also, ganz neu ist das nicht, ich hab das schon mal anders (primitiver) mit einer frei verfügbaren Webcam gemacht, aber das ist von der Qualität her nicht so der Knaller.

Im Netz hat mich besonders das Video Hunderttausendsternehotel beeindruckt (kommen lassen, wird erst nach einer Minute Laufzeit spannend) - hier gibts weitere Infos zum Projekt - besonders die Nachtsequenzen lösen viel aus, finde ich.

Einen kleinen Anfang (50MB, 35 Sekunden Laufzeit; Chrome aufm Mac bekommt das einfach so abgespielt, ansonsten runterladen und vlc benutzen...) und zweiten Versuch (doppelt so groß) hab ich gemacht, erste Erkenntnisse:

  • Man braucht echt viel Material. Für 10 Sekunden fertige Filmsequenz bei 15fps muss man 12:30 Minuten lang alle 5 Sekunden ein Bild machen, also 150 Bilder :)
  • Ich mußte Ausschnitte wählen, die ich so eher nicht fotografieren würde.
  • Gegenlicht ist noch mal problematischer.
  • Herumfliegende Möwen wirken im Film wie Filmkrissel-Artefakte.
  • Schneiden muss man das auch.
  • Und Musik drunter legen.

Mal sehen, wie das weitergeht.


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19.08.2012


19:10 Uhr  Feuerwerk - Blueport 2012



In Hamburg war mal wieder Blueport, und dies mal ging das Feuerwerk schon in der Dämmerung - eigentlich vor der Dämerung los. Gut, weil da konnte ich Bilder vom Boot und aus der Hand machen - Stativ macht ja keinen Sinn bei dem Geschaukel.


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16.07.2012


17:00 Uhr  Los, Wasserski fahren!



War bei so einer Veranstaltung, wo viele nette Menschen sehr viel Wasser schaumig schlagen, und sich dabei komplett verausgaben.

Muss ich auch mal probieren, habs ja sonst nicht so mit Wasserspocht.


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14:31 Uhr  540 km Radfahren in knapp 17 Stunden


Styrkeprøven Heinemann Team

Es fing an mit einer Mail an alle Kollegen:

ich werde am 23. Juni von Trontheim nach Oslo in Norwegen mit 27 anderen Idioten Radfahren. 
Leider faehrt Peter E. dies Jahr verletzungsbedingt nicht mit, dennoch begleitet er uns mit dem Auto. Und genau hier seit ihr gefragt wir brauchen noch einen weitere(n) Begleitin/er deshalb frag ich euch ob eine/einer von euch nicht vielleicht Lust hat als Begleiter mitzukommen.

Es gibt nur eine Bedingung das der/die betreffende eine Fuehrerschein hat und auch viel Autofahren mag, die Rennstrecke alleine ist 540km lang was heisst das alleine in Norwegen ca. 1200km Auto zu fahren sind, vermutlich werden wir 2500km im Auto sitzen.

Von Bekloppten für Bekloppte, quasi. Klar, daß ich da mitmachen wollte - also fix Interesse angemeldet, weitere Informationen bekommen, es handelt sich dabei um Styrkeprøven, ein Marathonradrennen mit langer Tradition in Norwegen - in einem Rutsch von Trondheim in die Hauptstadt Oslo.

Zusammen mit Meno und zwei weiteren Kollegen haben wir uns Donnerstag mittag auf die Socken gemacht, erstmal mit dem Auto an die Nordspitze Dänemarks, um von dort aus mit der Fähre Hirtshals - Larvik nach Norwegen zu gelangen, wo wir morgens gegen 02:30 Uhr ankamen - die Sonne hat hier schon keinen Untergang mehr hinbekommen, eher so eine Art Touch-and-go - Mitternachtssonne eben.

Von dort aus ging es weiter nach Norden, da wir nicht so richtig gut informiert waren, wie das norwegische Mautsystem wirklich funktioniert, mit häufigen, nervigen Halts an irgendwelchen Tankstellen in der Mitte von Nirgendwo. Inzwischen wissen wir, daß wir einfach ne Rechnung per Post bekommen hätten und gut - naja.

Je weiter wir noch Norden kamen, desto mehr beeindruckte die Landschaft mit Bergen und Schnee, gegen Mittag sind wir in Trondheim angekommen. Ich hab auf der Fähre nicht geschlafen, im Auto kaum und war entsprechend gniddelig - außerdem hab ich es irgendwie versäumt, an Kaffee zu kommen.

Nach dem etwas anstrengenden Bezug unserer Zimmer (Geduldstest durch die chaotischen Rezeptionisten im Singsaker Sommerhotell oben auf dem Berg neben der Burg) sind wir drei Servicekräfte in die Stadt runtergewankt, um etwas zu gucken und in der Fussi-Zone schön Kaffee zu trinken - was macht das in Euro?. Um es kurz zu machen: Für drei Kaffee unterschiedlicher Ausprägung haben wir umgerechnet wirklich viel Geld bezahlt, aber nach 24 Stunden endlich wieder Kaffee - was will man mehr? Außerdem war in Trondheim richtig Sonne, und alles flanierte mit eher südländischem Charme so vor sich hin.

Später waren wir noch auf einer Einweisung für Begleitfahrzeugfahrer - leider war das ziemlich witzlos, weil auch auf Nachfrage nur auf norwegisch.

Zum Rennen waren etwa 5.000 Radler gemeldet, die zum Teil in Teams, zum Teil auch als Einzelkämpfer die Strecke bewältigen wollten, entsprechend viel Gewusel war auch um das entsprechende Konferenzhotel herum, fliegende Shops und überall Rennradfahrer.

Unser Team, das Team Heinemann, hatte sich vorgenommen, die Strecke in unter 15 Stunden zu fahren (die beste Heinemann-Zeit bisher waren 15 Stunden 17 Minuten) und bestes nicht norwegisches Team zu werden.

Dafür braucht es etwas an Logistik, und da kamen wir ins Spiel. Es gibt zwei Fahrzeuge, die sich um das Feld kümmern, ein Auto ist immer direkt beim Feld, um bei Pannen oder schlimmeren zu helfen, das Zweite fährt weit vorweg, um geeignete Stellen für kurze Pausen zu finden, und diese vorzubereiten.
Dazu hat jeder Fahrer eine Plastikkiste, in der er Dinge, die er während des Rennens, aber nicht zum Start, braucht, ablegen kann. Also Getränkeflaschen, Regenzeug, andere Brillen, Energieriegel, usw.

Die Kisten werden an einer Pausenstelle in einer Reihe aufgestellt, das Feld kommt angepeest, stoppt, jeder reist seine Kiste auf, der Müll fliegt im hohen Bogen, pinkeln, an/aus/überziehen und nach 60 Sekunden geht es weiter. Das Versorgungsteam sammelt die Mülllawine weg, staut die Kisten und rast dem Feld hinterher, um die nächste Stelle zu finden - weit genug vor dem Feld, um alles wieder in Ruhe aufbauen zu können. Unser Team hat 4 Stops eingelegt.

Das Rennen findet im Wesentlichen auf der E6, also einer normalen Fernverkehrslandstrasse mit normalem Fernverkehrsverkehr statt. D.h., neben den 5.000 Fahrradfahrern und deren Begleitfahrzeugen sind gleichzeitig noch eine Menge Nicht-Spieler-Charaktäre unterwegs, wie z.B. holländische Pommesbuden und andere Campinggefährte, überlange Holzlaster, normale PKW, Radtouristen und so weiter - jeder mit seiner eigenen Lieblingsgeschwindigkeit.

So ein Rudelradfahrteam ist je nach Gefällerichtung mit zwischen 25 und 95(!) km/h unterwegs - und wir im Führungsfahrzeug mit gelbem Blitz und Riesenschild vorne weg. Um vorne zu bleiben, ist es dann auch notwendig, sich zwischen entgegenkommenden LKW und vorrausschlingernden Campingbussen durchzufädeln, ohne das das eigene Feld von hinten auffährt - das erfordert gerade bergab ziemlich Konzentration und auch etwas fahrerischen Mut.

Gleichzeitig will man aber auch nicht mit zu großem Abstand vorher fahren, um im Fall einer Panne schnell vor Ort sein zu können. Insgesamt hatten wir 5 Plattfüsse, und entsprechend das ganze Auto voller Ersatzlaufräder, dies auch deswegen, weil das Team mit unterschiedlichen Komponenten (Schaltung/Bremsen) gefahren ist, und wir so mehrere unterschiedliche Hinterräder vorhalten mußten.

Im Feld gab es zwei Leute mit Funk im Ohr, wir hatten ebenfalls eine Funke im Auto, so haben wir mit dem Feld sprechen können, und z.B. vorab ankündigen können, bei welchem Strecken-KM der nächste Stopp sein wird.

Besonders interessant war es immer dann, wenn unser Feld auf ein anderes aufgefahren ist. Gleich vorneweg überholen? Wieviel langsamer sind die, was passiert an der nächsten ernsthaften Steigung?

Auch interessant für mich war, wie irre laut so ein Feld ist. Eigentlich quakelt und krakelt es die ganze Zeit vor sich hin, genug Atemluft scheint da immer vorhanden zu sein.

Insgesammt sind die Heinemänner in einer Windschattenformation gefahren, die sich wohl Norwegischer Kreisel / Rulla nennt. Dabei fährt das Feld in zwei Reihen nebeneinander her, wobei in der Regel die rechte Reihe vorwärts fährt, und die linke Reihe rückwärts (im Verhältnis, alle fahren vorwärts :-). Wenn der vorderste Fahrer der rechten Reihe mit Windschatten machen fertig hat, wechselt er in die linke Reihe, und läßt sich damit zurück fallen, die rechte Reihe rückt nach.
Dadurch hat man auch ständig andere Kommunikationspartner :-)

Mit einem Team haben wir uns ständig gebissen, weil deren und unsere Pausenstationen so ungünstig gegeneinander lagen. Immer, wenn unser Feld gerade an denen vorbei war gabs ne Pause, so daß die Blauen[tm] dann doch wieder vorbei waren.

Die letzten 170km (oder so) hat es geregnet, und ich bin wieder ein längeres Stück Auto gefahren. Deswegen gibts vom Ende nicht so viele Bilder. Fahren im Regen ist hart, die haben ja keine Schutzbleche und nur ein paar µ Abstand zueinander, in einem Kreisel haben sich dann auch folgerichtig welche gemault.

Aufmaulen ist auch für uns im Begleitauto totaler Stress - unklares, aufgeregtes Gegröhle über Funk, Trillerpfeifen, Alarm. Anhalten, ohne einen totzufahren.

  • Checken, was vielleicht passiert ist
  • Teile des Feldes rollen an einem vorbei und brüllen
  • Entscheidung, umzudrehen, und nach Resten zu suchen.
  • Beim Umdrehen möglichst keine Radfahrer umnieten, zurück rasen. Nix im letzten Kreisel.
  • Zum vorletzten Kreisel rasen, inzwischen gibts keine Funkverbindung mehr zum Feld, aber der treue Toyota dreht lässig bis 6500 Touren aus, wenn nur nicht dieses seifige Fahrwerk wäre...
  • Ok, auch keine Leichen- oder Fahrradteile am vorletzten Kreisel, mit allem was geht und die Haftung der Stadtautoreifen so hergeben, zum Feld zurück, das natürlich inzwischen mit voller Kraft weiterfährt.
  • Pommesbude, 2, 3 *zack* vorbei - Ah, Rot-graue Trikots, endlich.
  • Puls normalisieren, versuch, das Feld zu zählen. Wir haben längst den Überblick verloren, wieviele eigentlich noch im Feld fahren. Zählen also auch zwecklos
  • Kontakt über Funk: Alles ok, alle da? - Alles ok, wo wart ihr so lange?.
    Kurze Überlegung, beim Überholen ins eigene Feld zu fahren, wird verworfen.

Normalität kommt wieder. Mein Copilot Peter inhaliert mal eben eine komplette Tüte Chips, dabei haben wir so leckere Dinge zu essen im Auto, verlangt dann nach Keksen.
Peter wiegt ungefähr die Hälfte von mir, besteht quasi nur aus Muskelfleisch und kann verletzungsbedingt nicht selbst mitfahren (ist die Strecke aber schon mehrfach gefahren), aber so isses. Chips und Kekse.

Leider haben wir schon am Start nicht gezählt, wieviele eigentlich wirklich losgefahren sind. Wir gehen von 23 aus (am Abend vorher gabs Kochen mit dem italienischen Telefon, und ein paar Teilnehmer haben die ganze Nacht gekotzt). Ein Teil der Kotzer ist trotzdem mit losgefahren, den ersten haben wir schon nach 42km eingesammelt, ging nicht mehr - damit war dann unser Auto auch erstmal voll (der Rest des Autos war voller Laufräder und Zeug).

Durch einen Sturz in einem unbeleuchteten Tunnel im ersten Viertel ist dann noch ein Fahrer ausgeschieden, aber selbstständig zum nächsten Bahnhof gefahren, oben auf dem Fjäll haben wir dann noch einen Magenverstimmten einkassiert (Peter (rote Jacke im Hintergrund) rennt mit Klopapier zum Tatort) - da wir bis dahin den letzten Magenverstimmten noch nicht abgeben konnten, sind wir dann mal zu viert im Auto, drei vorne, einer hinten. Der Patient ist noch während des Anamesegespräches eingeschlafen, der Körper hat anscheinend einfach 'Licht aus' befohlen (nach einer Stunde Schlaf war auch wieder alles gut).

Durch das vor dem Feld herfahren bekommen wir es nicht immer mit (und das Feld anscheinend auch nicht), wenn jemand nicht mehr das Tempo halten kann, und nach hinten rausfällt - deswegen wissen wir einfach nicht die Anzahl der Fahrer im Hauptfeld, und bei den Pausen schaffen wir es auch nicht, das Gewusel ordentlich durchzuzählen.

Durch den fiesen Gegenwind oben auf dem Fjäll klappt es mit der angestrebten Zielzeit leider gar nicht, es waren dann wohl über 16 Stunden - der einzige Trost war, daß dies allen Teams so ging, alle haben 1,5 Stunden länger gebraucht.

Die Einfahrt nach Oslo war dann noch mal so eine Nummer für sich, die Streckenführung war höchst unklar, und nur durch kleine schwarze(!) Pfeile gekennzeichnet, durch den Regen war es ziemlich dunkel - und wir waren auch schon etwas matschig durch 15 Stunden Autofahren :-)
Letzlich sind wir aber nirgends falsch abgebogen (einmal kamen irre lange keine Hinweisschilder, da hatte ich echt schiss, die Horde falsch zu leiten), und sind dann auf einer extra abgesperrten Spur der Autobahn fast bis ins Ziel gefahren.

Durch einen Orgafehler war der Begleitbus noch nicht vor den Fahrern vor Ort, so daß diese nach dem Zieleinlauf erstmal nicht an ihre Sachen konnten, und ziemlich gefroren haben. Decken, Bier und Kippe - das sind anscheinend die Wünsche, die man direkt nach 540km Radfahren hat :)

Mit allem Rumgefummel, Gepäcksortiererei und Hotelshuttleservice waren wir dann so gegen drei Uhr morgens auch im Hotel und konnten etwas schlafen.

Am nächsten Tag ging es dann zurück - die anderen haben sich noch etwas Oslo angesehen, aber ich hatte schlimm Kopf und bei dem Regenwetter auch keine große Lust. Die Rückfahrt war dann unspektakulär, Larvik, Fähre, Autobahn, irgendwann montag morgens gegen drei zuhause - mit 2850 km (das GPS war zwischendurch leider mal aus) auf der Uhr.

Jederzeit wieder.


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26.05.2012


12:36 Uhr  Quietschgrün



Der Frühling macht es wachsen und quietschen, selbst das Eifon kann sich nicht vor Grün retten. Schön.


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this oerks!

Wegen der Spamseuche wird die angegebene Emailadresse sehr stark gefiltert (und es fehlt das at - sorry) - sie ist von typischen Spam-Domains wie yahoo,hotmail,excite usw. sowie mit syntaktisch und/oder semantisch falschen Emails nicht erreichbar.