Aleks ihm sein Blog home :: draussen

[ Wir haben noch Hirn hinten im Haus ]

Das ist mein Blog.

Hier gibts, was ich tue, getan habe und vielleicht tun werde. Auch, wenn und weil das total unwichtig für den weiteren Verlauf der Geschichte ist. Viel Spaß damit.

Wer mich möglichst zeitnah erreichen und/oder beschimpfen will, versuche dies per Email (s.u.), per Twitter, auf Facebook oder im ircnet oder suche mich persönlich auf.

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06.01.2013


21:20 Uhr  Raketenbrenner und Waffeleisen...


Problemstellung: Man will (äh, also: wir[tm] wollen) Waffeln essen. Und zwar irgendwo, wo eventuell kein Strom ist. Frische, warme Waffeln.

Also schiesst man sich bei Ebay oder so ein schönes, altes gusseisernes Waffeleisen (Achtung, wenn da das Label 'historisch' oder 'antik' angeklebt wird, kann es sinnlos teuer werden, mehr als 30 Eypo würde ich nicht ausgeben) - die gibts in verschiedenen Ausführungen, mir gefallen die, die man mit einem passenden Ring in die Feueröffnung (bzw. auf dem Platz der herausgenommenen Ringe) einer Küchenhexe einlegen kann, am besten - siehe weiter unten.

Als einfachste transportable Kochstelle kann eine Blechmülltonne dienen, unten eine Feuerklappe und ein Rost einbauen, fertig. So zu sehen auch auf typischen Großgeländespielen für viele hungrige Spieler mit stark ausgeprägten, spielbedingt standorttreuen Verweildauern beider Mannschaften.

Aber so eine Mülltonne hat nicht richtig büms, die einzelne Waffel dauert einfach zu lange...

Also hat sich ein werter Aushilfspyromane und guter Freund mal intensiver mit dem Problem beschäftigt, und schon vor längerem angefangen, Holzvergaser-Brenner zu basteln. Das Prinzip beruht darauf, daß nicht einfach Holz verbrannt wird (wie bei einem Lagerfeuer), sondern das das bei der Holzverkohlung (Verbrennung unter Luftmangel) austretende Holzgas mit frischer Luft gemischt und dann mit Wums verbrannt wird. Technisch ist das ähnlich der zum Ende des zweiten Weltkriegs aus Rohstoffmangel eingesetzten Holzvergaser in Autos (ein lohnendes Buch, in dem so ein Holzvergaser-Auto eine Rolle spielt, ist von Lothar-Günther Buchheim - Die Festung - das ist die Fortsetzung von 'Das Boot').

Man braucht also ein Feuer mit eher wenig Luft, einen Rauchkanal, viel Frischluft, die nach der Verkohlung zugeführt wird. Je länger der Rauchkanal ist, desto eher zieht er selbst ordentlich Sekundärluft an und man kann auf propellierte Zusatzluft (PC-Lüfter, auf dem kleinen Bild 12V aus der Lampe) verzichten - Christoph hat sowas schon mal in klein gebaut - funktioniert und faucht (die Thermoskanne ist doppelwandig, die Doppelhülle wird für die Sekundärluft genutzt, der Boden ist rausgeflext, die Doppelhülle oben neben dem Ausguss geöffnet, so daß die unten angesaugte Luft sich dort mit dem Rauchgas vermischt und entzündet werden kann).

Auf dem großen Silvesterabenteuerspielplatz war genügend Material und Werkzeug vorhanden, um ein lebensgroßes Echtmodell zu bauen - ohne Lüfter. Das ganze Dings wird so heiß, daß sich das Rauchgas irgendwann selbst entzündet, allerdings ist der Startvorgang ne sehr qualmige Angelegenheit :-)

Im Aufmacherbild seht Ihr, wie das Rauchgas am oberen Ende von alleine durchzündet - unten, in dem rotglühenden Topf arbeitet das Kohlfeuer, das Rohr ist ebenfalls doppelwandig (also zwei Rohre ineinander gesteckt), die Sekundärluft strömt über dem glühenden Eimer in den Außenring des Schornsteins ein. Nachgeschmissen wird von oben, an dem Waffeleisen vorbei.

Das Waffeleisen ist in drehbaren Zapfen gelagert, es hat eine Zwangsschliessung, wenn es gedreht wird - die Waffel kann also nicht beim Drehen des Eisens rausfallen. Es gibt mehr Bilder (und noch mehr), falls das jemand nachbauen möchte. Eine Waffel dauert mit dem Teig, den wir hatten, etwa Minute. Dieser Raketenbrenner ist auf eine Sackkarre montiert, das gibt eine gute Transportmöglichkeit, das Ding fällt nicht so leicht um und vor allem hat es eine angenehme Arbeitshöhe.

Wichtig: Vor dem Zubereiten von Lebensmitteln das ganze gebaute Dings in Ruhe ausglühen, Zink ist gerne mal auf irgendwelchen Metallteilen, und das muß echt runter, sonst fallen Euch die Blomben raus.

Es gibt auch eine kommerzielle Version dieses Ofentyps, der nebenbei noch Strom erzeugt (per Peltier-Element) - die Idee ist, diese in unterentwickelten Regionen einzusetzen, und nebenbei etwas Strom zum Laden von typischen Akkugeräten zu erzeugen.



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16.07.2012


14:31 Uhr  540 km Radfahren in knapp 17 Stunden


Styrkeprøven Heinemann Team

Es fing an mit einer Mail an alle Kollegen:

ich werde am 23. Juni von Trontheim nach Oslo in Norwegen mit 27 anderen Idioten Radfahren. 
Leider faehrt Peter E. dies Jahr verletzungsbedingt nicht mit, dennoch begleitet er uns mit dem Auto. Und genau hier seit ihr gefragt wir brauchen noch einen weitere(n) Begleitin/er deshalb frag ich euch ob eine/einer von euch nicht vielleicht Lust hat als Begleiter mitzukommen.

Es gibt nur eine Bedingung das der/die betreffende eine Fuehrerschein hat und auch viel Autofahren mag, die Rennstrecke alleine ist 540km lang was heisst das alleine in Norwegen ca. 1200km Auto zu fahren sind, vermutlich werden wir 2500km im Auto sitzen.

Von Bekloppten für Bekloppte, quasi. Klar, daß ich da mitmachen wollte - also fix Interesse angemeldet, weitere Informationen bekommen, es handelt sich dabei um Styrkeprøven, ein Marathonradrennen mit langer Tradition in Norwegen - in einem Rutsch von Trondheim in die Hauptstadt Oslo.

Zusammen mit Meno und zwei weiteren Kollegen haben wir uns Donnerstag mittag auf die Socken gemacht, erstmal mit dem Auto an die Nordspitze Dänemarks, um von dort aus mit der Fähre Hirtshals - Larvik nach Norwegen zu gelangen, wo wir morgens gegen 02:30 Uhr ankamen - die Sonne hat hier schon keinen Untergang mehr hinbekommen, eher so eine Art Touch-and-go - Mitternachtssonne eben.

Von dort aus ging es weiter nach Norden, da wir nicht so richtig gut informiert waren, wie das norwegische Mautsystem wirklich funktioniert, mit häufigen, nervigen Halts an irgendwelchen Tankstellen in der Mitte von Nirgendwo. Inzwischen wissen wir, daß wir einfach ne Rechnung per Post bekommen hätten und gut - naja.

Je weiter wir noch Norden kamen, desto mehr beeindruckte die Landschaft mit Bergen und Schnee, gegen Mittag sind wir in Trondheim angekommen. Ich hab auf der Fähre nicht geschlafen, im Auto kaum und war entsprechend gniddelig - außerdem hab ich es irgendwie versäumt, an Kaffee zu kommen.

Nach dem etwas anstrengenden Bezug unserer Zimmer (Geduldstest durch die chaotischen Rezeptionisten im Singsaker Sommerhotell oben auf dem Berg neben der Burg) sind wir drei Servicekräfte in die Stadt runtergewankt, um etwas zu gucken und in der Fussi-Zone schön Kaffee zu trinken - was macht das in Euro?. Um es kurz zu machen: Für drei Kaffee unterschiedlicher Ausprägung haben wir umgerechnet wirklich viel Geld bezahlt, aber nach 24 Stunden endlich wieder Kaffee - was will man mehr? Außerdem war in Trondheim richtig Sonne, und alles flanierte mit eher südländischem Charme so vor sich hin.

Später waren wir noch auf einer Einweisung für Begleitfahrzeugfahrer - leider war das ziemlich witzlos, weil auch auf Nachfrage nur auf norwegisch.

Zum Rennen waren etwa 5.000 Radler gemeldet, die zum Teil in Teams, zum Teil auch als Einzelkämpfer die Strecke bewältigen wollten, entsprechend viel Gewusel war auch um das entsprechende Konferenzhotel herum, fliegende Shops und überall Rennradfahrer.

Unser Team, das Team Heinemann, hatte sich vorgenommen, die Strecke in unter 15 Stunden zu fahren (die beste Heinemann-Zeit bisher waren 15 Stunden 17 Minuten) und bestes nicht norwegisches Team zu werden.

Dafür braucht es etwas an Logistik, und da kamen wir ins Spiel. Es gibt zwei Fahrzeuge, die sich um das Feld kümmern, ein Auto ist immer direkt beim Feld, um bei Pannen oder schlimmeren zu helfen, das Zweite fährt weit vorweg, um geeignete Stellen für kurze Pausen zu finden, und diese vorzubereiten.
Dazu hat jeder Fahrer eine Plastikkiste, in der er Dinge, die er während des Rennens, aber nicht zum Start, braucht, ablegen kann. Also Getränkeflaschen, Regenzeug, andere Brillen, Energieriegel, usw.

Die Kisten werden an einer Pausenstelle in einer Reihe aufgestellt, das Feld kommt angepeest, stoppt, jeder reist seine Kiste auf, der Müll fliegt im hohen Bogen, pinkeln, an/aus/überziehen und nach 60 Sekunden geht es weiter. Das Versorgungsteam sammelt die Mülllawine weg, staut die Kisten und rast dem Feld hinterher, um die nächste Stelle zu finden - weit genug vor dem Feld, um alles wieder in Ruhe aufbauen zu können. Unser Team hat 4 Stops eingelegt.

Das Rennen findet im Wesentlichen auf der E6, also einer normalen Fernverkehrslandstrasse mit normalem Fernverkehrsverkehr statt. D.h., neben den 5.000 Fahrradfahrern und deren Begleitfahrzeugen sind gleichzeitig noch eine Menge Nicht-Spieler-Charaktäre unterwegs, wie z.B. holländische Pommesbuden und andere Campinggefährte, überlange Holzlaster, normale PKW, Radtouristen und so weiter - jeder mit seiner eigenen Lieblingsgeschwindigkeit.

So ein Rudelradfahrteam ist je nach Gefällerichtung mit zwischen 25 und 95(!) km/h unterwegs - und wir im Führungsfahrzeug mit gelbem Blitz und Riesenschild vorne weg. Um vorne zu bleiben, ist es dann auch notwendig, sich zwischen entgegenkommenden LKW und vorrausschlingernden Campingbussen durchzufädeln, ohne das das eigene Feld von hinten auffährt - das erfordert gerade bergab ziemlich Konzentration und auch etwas fahrerischen Mut.

Gleichzeitig will man aber auch nicht mit zu großem Abstand vorher fahren, um im Fall einer Panne schnell vor Ort sein zu können. Insgesamt hatten wir 5 Plattfüsse, und entsprechend das ganze Auto voller Ersatzlaufräder, dies auch deswegen, weil das Team mit unterschiedlichen Komponenten (Schaltung/Bremsen) gefahren ist, und wir so mehrere unterschiedliche Hinterräder vorhalten mußten.

Im Feld gab es zwei Leute mit Funk im Ohr, wir hatten ebenfalls eine Funke im Auto, so haben wir mit dem Feld sprechen können, und z.B. vorab ankündigen können, bei welchem Strecken-KM der nächste Stopp sein wird.

Besonders interessant war es immer dann, wenn unser Feld auf ein anderes aufgefahren ist. Gleich vorneweg überholen? Wieviel langsamer sind die, was passiert an der nächsten ernsthaften Steigung?

Auch interessant für mich war, wie irre laut so ein Feld ist. Eigentlich quakelt und krakelt es die ganze Zeit vor sich hin, genug Atemluft scheint da immer vorhanden zu sein.

Insgesammt sind die Heinemänner in einer Windschattenformation gefahren, die sich wohl Norwegischer Kreisel / Rulla nennt. Dabei fährt das Feld in zwei Reihen nebeneinander her, wobei in der Regel die rechte Reihe vorwärts fährt, und die linke Reihe rückwärts (im Verhältnis, alle fahren vorwärts :-). Wenn der vorderste Fahrer der rechten Reihe mit Windschatten machen fertig hat, wechselt er in die linke Reihe, und läßt sich damit zurück fallen, die rechte Reihe rückt nach.
Dadurch hat man auch ständig andere Kommunikationspartner :-)

Mit einem Team haben wir uns ständig gebissen, weil deren und unsere Pausenstationen so ungünstig gegeneinander lagen. Immer, wenn unser Feld gerade an denen vorbei war gabs ne Pause, so daß die Blauen[tm] dann doch wieder vorbei waren.

Die letzten 170km (oder so) hat es geregnet, und ich bin wieder ein längeres Stück Auto gefahren. Deswegen gibts vom Ende nicht so viele Bilder. Fahren im Regen ist hart, die haben ja keine Schutzbleche und nur ein paar µ Abstand zueinander, in einem Kreisel haben sich dann auch folgerichtig welche gemault.

Aufmaulen ist auch für uns im Begleitauto totaler Stress - unklares, aufgeregtes Gegröhle über Funk, Trillerpfeifen, Alarm. Anhalten, ohne einen totzufahren.

  • Checken, was vielleicht passiert ist
  • Teile des Feldes rollen an einem vorbei und brüllen
  • Entscheidung, umzudrehen, und nach Resten zu suchen.
  • Beim Umdrehen möglichst keine Radfahrer umnieten, zurück rasen. Nix im letzten Kreisel.
  • Zum vorletzten Kreisel rasen, inzwischen gibts keine Funkverbindung mehr zum Feld, aber der treue Toyota dreht lässig bis 6500 Touren aus, wenn nur nicht dieses seifige Fahrwerk wäre...
  • Ok, auch keine Leichen- oder Fahrradteile am vorletzten Kreisel, mit allem was geht und die Haftung der Stadtautoreifen so hergeben, zum Feld zurück, das natürlich inzwischen mit voller Kraft weiterfährt.
  • Pommesbude, 2, 3 *zack* vorbei - Ah, Rot-graue Trikots, endlich.
  • Puls normalisieren, versuch, das Feld zu zählen. Wir haben längst den Überblick verloren, wieviele eigentlich noch im Feld fahren. Zählen also auch zwecklos
  • Kontakt über Funk: Alles ok, alle da? - Alles ok, wo wart ihr so lange?.
    Kurze Überlegung, beim Überholen ins eigene Feld zu fahren, wird verworfen.

Normalität kommt wieder. Mein Copilot Peter inhaliert mal eben eine komplette Tüte Chips, dabei haben wir so leckere Dinge zu essen im Auto, verlangt dann nach Keksen.
Peter wiegt ungefähr die Hälfte von mir, besteht quasi nur aus Muskelfleisch und kann verletzungsbedingt nicht selbst mitfahren (ist die Strecke aber schon mehrfach gefahren), aber so isses. Chips und Kekse.

Leider haben wir schon am Start nicht gezählt, wieviele eigentlich wirklich losgefahren sind. Wir gehen von 23 aus (am Abend vorher gabs Kochen mit dem italienischen Telefon, und ein paar Teilnehmer haben die ganze Nacht gekotzt). Ein Teil der Kotzer ist trotzdem mit losgefahren, den ersten haben wir schon nach 42km eingesammelt, ging nicht mehr - damit war dann unser Auto auch erstmal voll (der Rest des Autos war voller Laufräder und Zeug).

Durch einen Sturz in einem unbeleuchteten Tunnel im ersten Viertel ist dann noch ein Fahrer ausgeschieden, aber selbstständig zum nächsten Bahnhof gefahren, oben auf dem Fjäll haben wir dann noch einen Magenverstimmten einkassiert (Peter (rote Jacke im Hintergrund) rennt mit Klopapier zum Tatort) - da wir bis dahin den letzten Magenverstimmten noch nicht abgeben konnten, sind wir dann mal zu viert im Auto, drei vorne, einer hinten. Der Patient ist noch während des Anamesegespräches eingeschlafen, der Körper hat anscheinend einfach 'Licht aus' befohlen (nach einer Stunde Schlaf war auch wieder alles gut).

Durch das vor dem Feld herfahren bekommen wir es nicht immer mit (und das Feld anscheinend auch nicht), wenn jemand nicht mehr das Tempo halten kann, und nach hinten rausfällt - deswegen wissen wir einfach nicht die Anzahl der Fahrer im Hauptfeld, und bei den Pausen schaffen wir es auch nicht, das Gewusel ordentlich durchzuzählen.

Durch den fiesen Gegenwind oben auf dem Fjäll klappt es mit der angestrebten Zielzeit leider gar nicht, es waren dann wohl über 16 Stunden - der einzige Trost war, daß dies allen Teams so ging, alle haben 1,5 Stunden länger gebraucht.

Die Einfahrt nach Oslo war dann noch mal so eine Nummer für sich, die Streckenführung war höchst unklar, und nur durch kleine schwarze(!) Pfeile gekennzeichnet, durch den Regen war es ziemlich dunkel - und wir waren auch schon etwas matschig durch 15 Stunden Autofahren :-)
Letzlich sind wir aber nirgends falsch abgebogen (einmal kamen irre lange keine Hinweisschilder, da hatte ich echt schiss, die Horde falsch zu leiten), und sind dann auf einer extra abgesperrten Spur der Autobahn fast bis ins Ziel gefahren.

Durch einen Orgafehler war der Begleitbus noch nicht vor den Fahrern vor Ort, so daß diese nach dem Zieleinlauf erstmal nicht an ihre Sachen konnten, und ziemlich gefroren haben. Decken, Bier und Kippe - das sind anscheinend die Wünsche, die man direkt nach 540km Radfahren hat :)

Mit allem Rumgefummel, Gepäcksortiererei und Hotelshuttleservice waren wir dann so gegen drei Uhr morgens auch im Hotel und konnten etwas schlafen.

Am nächsten Tag ging es dann zurück - die anderen haben sich noch etwas Oslo angesehen, aber ich hatte schlimm Kopf und bei dem Regenwetter auch keine große Lust. Die Rückfahrt war dann unspektakulär, Larvik, Fähre, Autobahn, irgendwann montag morgens gegen drei zuhause - mit 2850 km (das GPS war zwischendurch leider mal aus) auf der Uhr.

Jederzeit wieder.


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11.12.2011


00:12 Uhr  Mein Auto denkt mit.


Symbolbild

Nach einem eigentlich ziemlich unbedeutenden Fahrfehler meinerseits mit anschliessendem unsanftem Kontakt mit dem Heck eines Autos einer anderen Verkehrsteilnehmerin mußte ich meinen fahrbaren Untersatz tauschen.

Mein Werkstattmensch mußte lachen, als ich mit dem Wrack des ollen Opel bei ihm vorgehoppelt bin, eine Reparatur lohnt sich da nicht mehr - obwohl das erstmal gar nicht so schlimm aussieht. Der Opel freut sich jetzt auf Afrika.

Ein neues Auto mußte also ran - Zeitdruck hatte ich nicht, eigentlich ist so ein Auto ja ein Luxusartikel, aber ein Luxus, den ich mir leisten will.

Ich wollte ein Auto mit viel Platz, also eher ein Hochdachkombi als einen Kombi. Nils ihm sein Caddy hat mir gut gefallen, also hab ich mal nach Caddys geguckt. Dabei ist mir aufgefallen, daß Caddys und Tourans gebraucht ungefähr das gleiche kosten, obwohl die Neupreise sich erheblich unterscheiden. Der Caddy ist an ein paar Punkten lkw-ier, einfacher, die Hinterachse ist z.B. ne Starrachse mit Blattfedern, es gibt den Zuheizer nur gegen Aufpreis, und sowas.
Also hab ich angefangen, nicht nur nach Caddys, sondern auch nach Tourans zu suchen, und letztlich auch einen gefunden.

Die Stories über Autobesichtigungen lass ich mal beiseite, ich glaube, es gibt keinen anderen Bereich in der zivilisierten Welt, wo man so offensichtlich übers Ohr gehauen werden soll, wie beim Gebrauchtwagenkauf bei Händlern. Es ist unglaublich, was man da so angeboten bekommt.

Mein Touran ist von privat gekauft, so richtig schlimme Dinge hab ich bisher nicht gefunden, obwohl ich inzwischen alle Betriebsflüssigkeiten, den Zahnriemen, Wasserpumpe, Batterie und ähnliche Verschleissteile getauscht (bzw. tauschen lassen) habe. Das lag an, das war mir vor dem Kauf klar. Die typische ichmachsmirselbst-Doku ist leider bei weitem nicht so gut wie für dem olle Opel, ich nehme an, daß hat auch mit dem vielen Elektronikscheiss zutun. Ich werde demnächst mal bei Erwin einrasten, und mir die Orginal-Reparaturanleitung besorgen.

Beim Abholen nach dem Zahnriemen/Wasserpumpen-Wechsel sagte mir mein Schraubermeister, daß bald der Freilauf der Lichtmaschine dran wäre. Ich hab erstmal gedacht, das ist ein running Gag, den sie mit jedem machen - Vergaserinnenbeleuchtung, Kolbenrückholfeder und so. Aber anscheinend gibts sowas wirklich. Die spinnen komplett, die Begründung kann ich auch nur schwer nachvollziehen.

Das Auto macht mich wahnsinnig, weil es 'denkt'. Z.B. wischt es, wenn man die vorderen Scheibenwischer an hat, und den Rückwärtsgang einlegt, mal eben einmal die Heckscheibe. Ebenso wird die Wischfrequenz reduziert, wenn man anhält. Wenn man vorher nen ollen Opel gefahren ist, denkt man sofort jetzt ist Wasser in die Scheisselektrik gelaufen, das wars dann....
Das Auto macht BIM, wenn die Temperatur unter 4°C fällt, und auch in vielen anderen Fällen, z.B. wenn eine Kennzeichenleuchte ausfällt oder dings. Dazu schreibt das Auto das äußerst präzise ins Display und lenkt mich vom Straßenverkehr ab.

Bei meiner ersten längeren Fahrt hat es auch BIM gemacht, Ölkontrolllampe ging an, und ich bin mit einem spontanen Schweissausbruch und Gangraus auf dem Standstreifen der A24 ausgerollt und den Motor sehr schnell abgestellt.
Beim Lesen der Bedienungsanleitung hab ich festgestellt, daß VW zwei Ölkontrollleuchten verbaut, eine gelbe (Ölstand demnächst kontrollieren) und eine rote (Öl ist alle, Motor klemmt gleich). Natürlich war es nur die gelbe, und natürlich war genug Öl im Motor (wenn man dem Peilstab glauben will). Ich hab dann noch etwas meinen Puls reduziert, und an der nächsten Autobahntanke sicherheitshalber einen (1) Liter Hochleistungsleichtlauf- und Longlife-Öl, für VW freigegeben, von einbeinigen Voodoo-Priestern betanzt und wahrscheinlich mit Gold bestäubt, gekauft - für 25 (!) Euro und etwas davon nachgekippt (Dem-olle-Opel-Öl kostet 14 Euro, und zwar 5 Liter - ok, nicht an der Autobahnraststätte, aber das VW-Longlife-Öl ist auch ab der Autobahn nicht ganz billig).
Später hab ich das Verhalten in irgendeinem Forum gefunden, ist wohl eine bekannte Fühler-Macke. Diese Macke ist schwer zu diagnostizieren, weil die Motorelektrik mitbekommt, wenn man die Motorhaube öffnet. Sie nimmt in diesem Fall eine manuelle Ölkontrolle an und hält für 150km (oder so, hab ich vergessen) die Klappe. Ich gehe mal davon aus, das jede Werkstatt ebenfalls die Motorhaube öffnet, um dem nachzugehen. Der Sensor bzw. das Motorsteuergerät hält dann erstmal die Schnauze. Clever, oder? Naja, bisher ist das nicht wieder vorgekommen.

Irgendwann wird mir die Elektronik komplett um die Ohren fliegen, befürchte ich. Ich hab mir sogar so ein Diagnose-Adapter besorgt, um dem Auto tief in die Puperze gucken zu können, aber ich muß noch lernen, damit umzugehen - man kann damit auch Sachen kaputt machen - ohne die Daten von Erwin (s.o.) wird das nix.

Aber ansonsten ist der Touran schon toll - willkommen im aktuellen Jahrhundert. Der Touran ist nen Diesel, und verbraucht im reinen Landstrassen/Autobahnbetrieb 5,1 Liter, in der Stadt 6,5 - das ist deutlich weniger als dem olle Opel (die 7,2 Liter bei Spritmonster sind plus 5 Liter für die Füllung des Ersatzkanisters). Es gibt so tolle Dinge wie Sitzheizung (ich LIEBE Sitzheizung), elektrisch verstellbare Spiegel, Fensterheber, Tempomat, Live-Verbrauchsanzeige und lauter so schnickschnack, es kommt vorne deutlich mehr Licht raus, und ich bin nach der üblichen Strecke zum Hullerbusch wesentlich fitter als die letzten Male angekommen.

VW hat ein ziemlich cleveres Rücksitzkonzept entwickelt, die Rücksitze sind drei einzelne Sitze, die einzeln geklappt und ausgebaut werden können (jeweils ein Griff: Lehne umklappen, Sitz nach vorne klappen, Sitz rausnehmen). So geht auch schnell mal Fahrrad rein.

Und das beste: Der ganze Müllmein Werkzeug aus dem olle Opel geht locker in den Kofferraum, obwohl ich ihn etwas umbauen mußte, weil ich ein vollwertiges Ersatzrad haben wollte. VW liefert den Touran mit Kompressor und einer Tube Reifenbauschaum aus, das ist mir nicht genug. Es gibt zwar ne Ersatzradmulde, aber da passt nur so ein Witz-Notrad rein. Jetzt hab ich nen etwas höhergelegten Kofferraumboden, mit einem Schmuggelfach für das Ersatzrad, Drehmomentschlüssel und Krempel, den man selten braucht, aber dabei haben will - ich freue mich tierisch auf die nächste anlassunabhängige Fahrzeugkontrolle (zum Castortransport hatte der Kofferaum noch kein Tuning).

VW verbaut zu diesen TDI-Motoren eine ziemlich komplette Standheizung, weil moderne Diesel einfach nicht mehr so schnell warm werden, und es deswegen im Auto nicht schnell genug warm wird. Diese Standheizung ist aber softwareseitig so beschnitten, daß sie denkt, sie wäre nur ein so genannter Zuheizer - sie macht dann warm, man den Motor einschaltet, die Außentemperatur unter 5°C (oder so) liegt, und die Kühlwassertemperatur niedrig ist. Zum Glück (in diesem Fall) ist das Auto eigentlich ein rollender Computer, und sowas kann man dann auch patchen.
Es gibt einige Umrüstsätze, die wieder die volle Funktion aus der Standheizung kitzeln, und sich z.B. per Anruf fernstarten lassen. Ich glaube, das will ich in Zukunft haben.

Und ich will nen Line-In für das Radio. CDs hab ich nicht.

 

Das Teaserbild ist ein erster Versuch von Objektfotografie. Ich brauche ne dünnere Glasscheibe, damit es nicht zwei Spiegelungen gibt, ich weiß. Kommt.

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02.02.2010


23:05 Uhr  Winter, mal so richtig.


Winter in der Stadt stinkt.

Und zwar so richtig. Es ist kalt, nass, dunkel, eklig - man trägt sich Split, Sand und Salz in die Wohnung, trägt Depressionen mit sich rum, kann nicht genussvoll radfahren, im Biergarten sitzen, Wassersport betreiben und so weiter.

Wenn der Winter in der Stadt Schnee mitbringt, ist es ungefähr nach zwei Stunden eine dunkelgrau-schmutzigweisse Dreckspampe und friert nachts zu einer Art Atlantikwall gegen die Invasion von geparkten Autos und sorgt für Oberschenkelhalsbrüche von Omas. Mit dem Rad kann man kaum fahren, weil man sich zu schnell auf die Fresse packt, mit dem Auto will man nicht fahren, weil man es erst freischaufeln, dann freikratzen und dann im Inneren frieren muß, bis man quasi da ist, wo man eigentlich mit dem Rad hinfährt (und schwitzt). Mit den Öffis will man erst recht nicht fahren, alles voller ungewaschener, nasser, grüngesichtigen Menschen auf viel zu engem Raum.

Aaaaber - Winter auf dem Land ist super. Schnee ist und bleibt Schnee, und die Naturgewalt entfaltet sich so, wie man sich das von einem Winter vorstellt: Die Trinkwasserleitungen frieren ein, es gibt Schneeverwehungen, die auch einen waschechten Trecker mit Allrad und 16 Geländeuntersetzungen zu schaffen machen, man schippt Schnee und sitzt dann am Ofen in der Küche (und versucht eine wlan2umts-Bridge zum Fliegen zu bekommen, aber das ist eine andere Geschichte - auf dem Land gibts ja gar kein UMTS, sondern nur EDGE, aber die stinkende Fonera kann das Modem im EDGE-Betrieb nicht initialisieren und das ist wirklich eine andere Geschichte und ich höre jetzt auf darüber zu jammern).

Jedenfalls bin ich wegen dieser anderen Geschichte und um mal raus zu kommen, nach Hullerbusch gefahren (kurz vor Sibiren, ziemlich genau da, wo wir zum Jahreswechsel den Großbrand ausgelöst haben - der Ort mit der weltbesten Bio-Schäferei und allen Produkten, die man so aus Schaf und Ziege herausgepuhlt bekommt).

Schon die Fahrt dort hin war ein Abenteuer, weil es am Freitag heftigst angefangen hat zu schneien. Normalerweise brauche ich so dreieinhalb bis vier Stunden für die Strecke, am Freitag hab ich über sechs Stunden gebraucht, weil einige von den Chaoten, die auch unbedingt irgendwo hin mußten, nicht kapiert haben, daß man auf der Autobahn, wenn sie eine komplett geschlosssene Schneedecke hat und mit einem nicht überfahrbarem Mittelhuckel aus Eismatsch zwischen den Spuren ausgestattet ist, eben nicht die Spur wechselt, bremst, lenkt oder sonst irgendwelche irren Mannöver fährt.

Auf den Landstrassen hinterher ging es dann einigermaßen, fast ganz zum Schluss hab ich kurz in einer Schneespur gesteckt, die der vorherfahrende Schneepflug durch Nichtabbiegen erzeugt hat - ging aber mit einmal zurücksetzen dann doch.

Am nächsten Morgen haben wir dann die Schafe gefüttert (bei der Schneetiefe finden die nix mehr selbst) - wir, naja also ich hab fotografiert..., die Natur durch die Küchenfenster beobachtet, einen Schneeflug, den die Hunde über das Gelände ziehen können gebaut, und sind dann nach dem entsprechenden Notruf mit dem Trecker los, um ein paar Autos, die sich hinter dem nächsten Dorf festgefahren hatten, frei zu schleppen.

Da war dann richtig Schneesturm - nach so etwa 50 Metern war die Welt einfach in jeder Richtung zu Ende. Witzigerweise hatte ein Teil der Eingeschlossenen nicht mal richtige Schuhe an, geschweige denn Kopfbedeckungen, Handschuhe, Abschleppseile und so weiter.

Am Nachmittag wollten wir dann Rodeln, trotz nicht ganz optimaler Bedingungen (Tiefschnee). Dafür hatten wir einen SpezialRodelwannenZugHund, der unermüdlich die Rodelwanne gezerrt hat (eigentlich eine Schaftränke, ein Schlitten wäre nicht gegangen, zu schmale Kufen für so tiefen, fluffigen Schnee). Chico hat sich damit den Namen Schneestürmer verdient.

Am Abend hab ich mich dann mit dem nicht wirklich vorhandenen Internet rumgeärgert. Dazu schreibe ich glaube ich noch mal was gesondert.

Am nächsten morgen gabs dann nach dem Sonntagsei (die Hühner waren trotz der Kälte enorm fleissig) selbst gebaute Riesenschneeschuhe, um ein Schleppdach von der irren Schneelast zu befreien, ohne selbst durchzubrechen, Schneeverwehungen mit dem Frontlader wegbaggern und dann noch mal rodeln, diesmal allerdings sehr viel dynamischer und ohne Zughund.

Da mir zumindest am Samstag nicht ganz klar war, wie ich rechtzeitig wieder in die Zivilisation zurückkehren könnte, bin ich dann Sonntag am frühen Nachmittag bei erneut einsetzendem Schneefall sicherheitshalber losgefahren.

Tolles Wochenende. Und ich hab tolle, neue Hausschuhe aus Schaf, wieder den Wunsch nach nem Hund (was total utopisch ist, solange ich in einer Stadt hause).


Ahja, Film zum Wetter: Nord. Sehr gut gemachter, lakonischer, mit tollen Landschaftsaufnahmen und irren Typen gespicktes norwegisches Roadmovie.


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02.01.2010


19:11 Uhr  Feuerteufelleien zum Jahresende


Wenn man ein Feuer machen will, ist es wichtig, genug Holz zu haben.

Wenn man dann noch den ganzen Winterschnitt weg haben will, lädt man sich einfach ne Horde Pyromanen ein, fährt den Winterschnitt auf einen Haufen zusammen, und zündet es dann an.

Schöne, angemessen große (drei) Jahresendfeuer mit einem Feueropfer.

Ich wünsche allen ein tolles 2010!


Wie immer: Klickern auf die Bilder vergrößert, bzw. zuppt in die Galerie.

Entstehungsort der Bilder ist die Schäferei Hullerbusch mitten in der Feldberger Seenplatte in MeckPom. Dort gibts alles vom (Bio-)Schaf.

Wir haben den Jolli nicht aus Quatsch oder Zerstörungswut so zertrümmert, er war einfach so morsch, daß er nicht am Frontlader gehalten hat, und beim Abladen etwas zerfleddert ist.


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20.12.2009


20:03 Uhr  Orginal und Fälschung - passend zum Wetter


Heute muß ich mal auf einen Umstand hinweisen, der den meisten Zivilisten gar nicht bekannt sein dürfte: Die meisten Schneedarstellungen beruhen auf stumpfen Fälschungen!

Ja, wirklich.

Anbei mal ein paar Beispiele, oben das Original: Schnee liegt auf etwas (in diesem Fall auf der Gaffel der Nobile). Es ist angenehm fluffig und so.

Darunter eine sehr gut gemachte Kopie aus Kunststoff, erst erkennbar bei genauerer (Klick vergrößert) Betrachtung - die Gleichmäßigkeit fällt dann doch auf. Und deswegen steht gerade die halbe, sogenannt zivilisierte, Welt still, weil keiner genau hinguckt!

Ganz unten eine vergleichsweise plumpe Fälschung wahrscheinlich osteuropäischer Herkunft. Funktioniert - wenn überhaupt - nur in der Vorbeifahrt (wird dann z.B. Oberleitungsvereisung genannt), in der Nähe von Flughäfen oder auf dem Audiokanal im Verkehrsfonk.

Achja, Erderwärmung und so.

Erderwärmung mein Arsch! Minus 8°C ist einfach scheisse, und das auch noch schon im Dezember.
Mein Auto wird da einfach nicht mehr angenehm warm. Vielleicht ist auch einfach nur der Thermostat karpott, könnte auch sein.


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18.08.2009


18:12 Uhr  Kornboppel und Dr. Anabol


Die Scheissdinger (Kornboppel meine ich) liegen überall rum - außer, man möchte welche fotografieren, dann sind keine mehr da. Vermute direkten Zusammenhang zur industriell-militärischen Komplexverschwörung.

Erst auf dem Weg zurück von der Kornboppelsafari nach Hause dann doch noch welche heimlichtuerisch auf einem Feld herumlümmelnd entdeckt. Zum Glück.

Ansonsten ist viel passiert, war segeln (und vorher schon mit meinem Boot urlauben), komme aber mal wieder nicht dazu, das zu bloggen. Zumindest zum Segeln schreib ich noch mal was.

Homedrinking is killing gastwirt - äh, @work twittering is killing home blog - dingsda.

Und am Sonntag war ich mir noch ansehen, wie es Deutschlands führende Aufbausportler schaffen, bei den Cyclassics zu bestehen. Ich hab etwa ne Stunde bis zu dem Beobachtungsort gebraucht (interessant, wie die für 30 Sekunden Vorbeifahrt (siehe unten) eine komplette Großstadt 14 Stunden in Geiselhaft nehmen können), und dann gerade noch die Rücklichter des Besenwagens der Jedermänner gesehen.

Dann kam fast ne Stunde lang nix (außer extrem aufgebrachte Querverkehrverkehrer), und dann kam nach etwas Kavalerie und einer zweiköpfigen Spitzengruppe nach viereinhalb Minuten das Hauptfeld.

Nach 30 Sekunden war alles vorbei (aber ein tolles Geräusch, wirklich), dann noch etwa eine Minute lang Trossfahrzeuge und fertig.

Radsport not ready for Zuschauersport.



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25.05.2008


19:44 Uhr  Sportgrilling, Ergänzungen


Ein paar Ergänzungen:

Auch Vegetarier grillen.

  • Gemüsezeugs (entweder direkt, oder in Alu mit etwas Öl, oder (gerade neugelernt) in einem offenen Yogurtglas o.ä. einfach so auf den Grill stellen)
  • Käse
  • oder wenn sie Fisch essen, dann auch Fisch. Mein Tipp: Diese günstigen, geräucherten Forellenfilets aus dem Kühlregal in Alufolie gewickelt sind viel viel leckerer als gefrorene Thunfischbrocken (bekomme ich nicht saftig) und Lachs - naja, da kann man ja gleich Schwein essen.

Weitere Dinge, die man unbedingt zum Grillen braucht - think big

Bei Großgrillveranstaltungen (oder bei besonders gierigen Mitgrillern) macht es Sinn, das eigene Grillgut zu branden.

Ahja - Elektrogrills gehen gar nicht. Echt nicht.


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22.05.2008


23:25 Uhr  Grills für den Sport und Sportgrilling


Mein schöner, billiger, für zwei Personen völlig ausreichender Eimergrill (das Bild zeigt das Vorgängermodell) ist leider durch - eine Neuanschaffung droht.

Auf der Suche nach dem perfekten Kleingrill, den man auf einem Boot betreiben kann, sind mir ein paar interessante Dinge in den Blick geraten.

Auf nem Boot will man:

  • nicht zu gross - ich will keine Armee versorgen, sondern zwei, in Grillnotfällen vielleicht auch mal vier Leute
  • nicht zu gross - schliesslich will man nicht gegen die Uhr fressen
  • nicht zu gross - damit das Ding auch irgendwo weggestaut bekommt, wenn man zufällig gerade nicht grillt.
  • umkippfest
  • unten nicht zu heiß, damit der Steg oder das Boot nicht abbrennt
  • durabel, weil der Grill trotz des dritten Punktes (und wegen des gemeinen Grillsiffs) meist doch draußen wohnt.

Dafür gibts dann ein paar klassische, aber auch ein paar richtig geile Lösungen. Klassisch wäre, wieder für 8,99 einen Eimergrill mit Kohle dabei zu kaufen - der kann ungefähr ein Jahr, dann ist er durch. Die klassischen Wettkampf-Grills von der Tanke für 6 Euro sind scheisse, weil die genau so schnell kaputt gehen, durch die Beine unglaublich sperrig sind und schnell umkippen.

Schöner sind da Grills ohne Beine, weil - siehe oben. Besonders gut gefällt mir da dieses Modell, weil man es wie einen Blumenkasten an die Reling hängen kann.

Besser noch gefällt mir allerdings ein Edelstahlgrill - zum Beispiel dieser Tischgrill aus der Ex-Tätärä - mit 3kg Gewicht.

Auch sehr schön ist dieser dänische Kastengrill - wenn man die Beine absägt. Höhenverstellbares Rost, aber eben auch rostanfällig.

Am besten (und schwachsinnigsten zugleich) gefällt mir allerdings der Werkzeugkoffergrill aus dem Teaser - der aus Edelstahl, und ich würde jetzt bestellen.

Zum Ende möchte ich doch noch mal Eure Aufmerksamkeit auf die einzig wahre Grillsportart - das Speedgrillen - lenken. Durch die Simulation eines kompletten, gemütlichen Grillnachmittags per Speedgrilling kann man mit dem ganzen Thema in 10:21 Minuten(Weltrekord) durch sein und sich anderen Dingen witmen - also betrunken, geklemmt, genervt und ne halb rohe Wurst runtergewürgt in unter 15 Minuten.

Dieses Jahr ist wieder ne Meisterschaft, und wir trainieren schon fleissig - wer auch mitmachen will, studiere unbedingt die genauen Wettkampfphasen und die Grillstatuten.


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03.02.2008


23:30 Uhr  Steckenbleiben in Hobbies und Zeug


Während man so seinen Hobbies nachgeht und sagen wir z.B. mal wieder in (diesmal allerdings großen) Dieseltanks stecken bleibt oder beim Cachen extrem sinnfreie Türkonstruktionen, Überstiegshilfen oder auch Tore ausnahmsweise mal sehr leicht überwindet, freut es mich doch ganz besonders, andere in Ausübung ihres Hobbies bei der Selbstfesselung oder noch besser beim richtigen Steckenbleiben - oder nehmen wir mal doch lieber gleich das böse Wort Festfahren - beobachten zu können.

Und das auch noch mit speziell für diesen Zweck (Festfahren) konstruierten Fahrzeugen. Wir haben schlauerweise Nils ihm seinen Gelände-Boliden etwas früher abgestellt und sind dann zu Fuß weiter zu einem Cache - und hatten dabei ständig das nervige Gesäge von kleinen 2- und 4-Taktern im Rücken. Da freut es das Herz des Fußgängers dann doch besonders, wenn sich die Natur wenigstens einen der Lärmquälgeister komplett holt und auch erst wieder los gelassen hat, nach dem wir in optimaler Verhöhn- und Fotographierposition waren und alle zerrenden Quadler aussahen, als hätten sie kurz unter dem Brüllding gelegen.

Die Notwendigkeit, sich mit der Anschaffung von Seil- oder Kettenzügen zu beschäftigen, ist noch mal etwas näher gekommen.


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28.01.2008


22:21 Uhr  Jahreswechsel und Greifzüge


Ich bin gerade etwas schreibfaul, sorry dafür. Zum Jahreswechsel war ich wiedermal in Stralsund, um zuerst mit dem örtlichen Häuptling der Pyromanen und ein paar anderen Nebenerwerbspyroman(innen) ein kleines Feuerchen in schöner Kulisse zu machen, und dann die erste Woche des Jahres auf Hidden Sea zu verbringen.

Das mit dem Feuer war gut organisiert, es war bei Holzsammeln hell, es gab trockenes Holz, und niemand hätte uns im Zweifel geglaubt, daß wir den Haufen nur anzünden wollen, es sah eher nach streng traditionellem Blockhüttenbau aus.

Dann erstmal essen, trinken, wieder hinfahren, anzünden und abwarten. Alles super, besonders das Abbrennen von Handfackeln unter Wasser ist sehr sehenswert - das brodelt und leuchtet wie das Höllenfeuer.

Dann - am nächsten Tag - war ich nicht so ganz ausgelastet und mußte mal wieder cachen gehen (also dieses Finden von Plastikdosen mit Hilfe von milliardendollarteurer Satellitentechnik). Ich hab mir (unter anderem) das blaue Band gegönnt, und mich dabei mit meinem treuen Astra-Boliden mal so richtig festgefahren. Genauer: Ich sah, das es nicht weiter ging und hab angehalten. Kein Rad hat mehr gedreht, trotzdem ist die Karre einfach langsam weiter abwärts, etwa noch 1,5 Meter weiter in ein Schlammloch gerutscht und mit einem satt schmatzenden Geräuch in Endposition gegangen.

Ohne die Hilfe der telefonisch herbeigerufenen Feuerteufel wäre ich da wohl auch mit klassischen Methoden wie Ausgraben, Wagenheber usw. nicht mehr rausgekommen, selbst das Abschleppen mit einem anderen Auto ging gar nicht. Geholfen hat uns letztlich die Existenz von LKW-Spanngurten, die zwar nur etwa 35cm Hub bis Rolle voll haben, aber mit Zwischensichern und immer wieder Neuanspannen konnten wir die Karre dann mit einem saugenden Geräusch aus dem Schlammloch befreien, und ich konnte dochnoch meinen doofen Cache heben.

Zurück am Computer habe ich mich dann erstmal über Gegenmaßnahmen informiert (nein, Auto stehen lassen gehört nicht dazu, das war kein illegaler Weg; ebenso wenig geeignetes Auto kaufen (obwohl - hmm...)). Schon eher sowas: Greifzug T508 (übrigens der mit Abstand schlechteste Webshop im Style der späten 90iger unter der Sonne, aber kompetente Leute im Laden). Okay, etwas teuer und ohne Seil etwas nutzlos. Also eher Greifzug Jockey 500kg oder zumindest sowas Seilzug 4T.

Zum Glück für meine Finanzen konnte ich dann doch nicht gleich was bestellen und wir sind dann doch erstmal weiter gefahren, und haben uns auf Hidden Sea einquartiert. Schön, so im Winter, nicht so viel los. Allerdings bei Ostwind wirklich brutal kalt.

So kalt, daß es der Bodden zwischen Hiddensee und Rügen innerhalb von wenigen Tagen zugefroren ist, der Retter hatte schon früher Pause.

Wir haben uns die Tage meist mit über die Insel wanken beschäftigt, und dabei ausgiebig die Klippen im Norden (voller Sanddorn und dem Leuchtturm) und die Mitte der Insel (voller Heidelandschaft) erkundet.

Wir haben in Vitte gewohnt, und sind wegen der Temperaturen und des wirklich beißenden Windes nicht bis tief in den Süden der Insel vorgedrungen. Auf der Westseite war durch den ablandigen Wind kaum Eis.

Unsere Fähre zurück nach Rügen war an diesem Tag die letzte, die wegen des Eisganges nach dem regulären Fahrplan fuhr, und selbst diese hat sich einmal festgefahren - zu unserer Freude und dem genervten Aufseufzen aller anderen Mitfahrer.

Schöner, entspannter und entspannender, günstiger (wir waren wirklich sehr einfach untergebracht) Kurzurlaub.

Das Thema Auto ohne Hilfe aus dem Dreck ziehen habe ich noch mal ausführlich mit Nils (Eigner eines Autos, mit dem man erst jenseits der Stelle stecken bleibt, wo das Seil des Abschleppwagens gerade noch so hinkommt - ein großer, aber meist unterschätzter Spaßvorteil von Allradautos) diskutiert. Eigentlich ist das alles viel zu teuer, bzw. die letzte Lösung gleichzeitig noch viel zu schlecht und viel fingeraua. Eigentlich will man ne Talje (also einen Flaschenzug) mit extrem reckarmen Tauwerk und einer Stoppvorrichtung. Aber sowas scheint es nicht zu geben. Vielleicht doch lieber einen Kettenzug und ein paar vernünftige Gurte? Kettenzüge kann man ja immer mal gebrauchen, nöch? Ne Lösung hab ich noch nicht dafür.

Google maps link: Feuerstelle
Google maps link: Klippen
Google maps link: LT Dornbusch
Google maps link: Heide
Google maps link: Festfahrversuch

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27.07.2006


19:00 Uhr  Kommt Zeit, kommt Rad. Und: Guter Rad ist teuer!


Ob nun durch den Fahrradunfall neulich, oder einfach durch Altersschwäche - mein schöner, damals teurer CroMo-double-butted-tubes-Rahmen ist endgültig auf. Der Freilauf knarzt, Ritzel und Kettenblätter sind breit.

Also umgeguckt.

Nochmal geguckt.

Die Technik hat sich verändert, es gibt keine gemufften Rahmen mehr, und Alu (damals hatten das nur diese schrecklichen Kettler-Aluräder mit häßlichen, riesigen Schweißraupen überall) ist zumindest im gut&günstig-Sektor ein großer Faktor geworden.

Nur den Antrieb auszutauschen (ich war scharf auf ne 8- oder sogar 14-Gang-Nabe wie die Rohloff), kam nach der Diagnose des Rahmenbruches nicht mehr in Frage. Eine Rohloff-Nabe eigentlich auch nicht, für das Geld bekommt man ja schon ein sehr brauchbares Rad - und die letzte Zeit bin ich ja auch immer nur mit den 7 mittleren meiner 21 Gänge der Kettenschaltung locker klar gekommen.

Also noch mal geguckt, erstmal nen brauchbaren Fahrradhändler in der neuen Stadt finden. Rad und Tat hat mir ganz gut gefallen, und die hatten auch Räder zum Ausprobieren in der gewünschten Kategorie.

Letzlich hat das LCM von Gudereit das Rennen gemacht - z.B. gegen Stevens City Flyer. Leider gibts nicht so viel Auswahl, wenn man Federgabeln und anderen unnötigen Schnickschnack vermeiden möchte, aber auf Schutzbleche und Gebäckträger steht.

Mein LCM hat allerdings gleich nen Nabendynamo montiert, und nun auch meine Maguras vom alten Rad. Geiles Rad, Nabenschaltung macht Spaß, weil man quasi immer schalten kann.

Und wie reagiert die internationale Presse auf diesen Vorfall?

Durchweg durchwachsen:
Christian Frommert (Sprecher T-Mobile):Das ist erneut ein schwerer Schlag für den Radsport, [...] denn jetzt wird wohl auch dem Letzten klar, dass nur noch eine knallharte Linie und ein tief greifender Strukturwandel den Radsport retten können..
Hans-Michael Holczer (Sportlicher Leiter Team Gerolsteiner):Das ist einfach nur Ekel erregend. Mehr fällt mir dazu nicht ein.

Naja, ich hab nen bißchen gekürzt. siehe hier. Ein paar Kontextfetischisten mögen meinen, sogar etwas sinnentstellend gekürzt. Naja - das muß ich dann hinnehmen.

Aber schön ist diese Idee hier, und zwar im genannten Zusammenhang (Dopingverdacht des Tour-Siegers):
Vielleicht sollten wir den gesamten Profi-Radsport sechs Wochen stoppen und nach dem nächsten Dopingfall wieder sechs Wochen. Es ist völlig unverständlich, warum solche Leute den Profiradsport jetzt völlig kaputt machen.

Ne grandiose Idee.


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04.02.2006


18:35 Uhr  Neue Wintertrendsportart: Kettensägen-Sprint über 15 Meter


Während der Baum fällt, mit der laufenden Säge in der Hand in Fallrichtung davon spurten.

Trendige Assessoirs:

  • Timbersports-Kettensäge
  • Schnittschutzhose
  • Rückspiegel am Helm
  • Organspenderausweis und Patientenverfügung

Ich war (wie letztes Wochenende auch) Bäume fällen, und der Saubaum wollte lieber beim Nachbarn auf die Hütte, als auf das vorgesehene Grundstück fallen, weil sich sein Schwerpunkt deutlich außerhalb des Stammes befand. Also haben wir den Baum angebunden, und dann mit einer Spanischen Winde richtig Zeng drauf gegeben.

Dann den Keilschnitt gesetzt, und gut Schiss gehabt, ob das alles hält und der Baum sich nicht aus dem Seil in eine andere Richtung wegdreht. Es hielt. Besser als erwartet, also jedesmal nachgespannt, den Keilschnitt um ein µchen erweitert und dann weg gewetzt. Übrigens ohne Säge, man kann die einfach so hinschmeissen - kein Problem.

Irgendwann konnten wir den Baum dann am immer wieder nachgesetzten Seil in die einigermaßen richtige Richtung umreissen.

Wichtige Erkenntnis:
Bäume fällen geht immer nur vorwärts - ist der erste Keilschnitt gesetzt, muß man es dann auch durchziehen, egal, wieviel Schiss man um die Hütte des Nachbarn hat. Adrenalin pur - die Hütte hätte diesen Baum nicht überlebt.

Das Wetter war traumhaft - für Februar relativ warm, leichter Schneefall und Sonne satt.

Das Hausrotkehlchen war auch sofort nach Verstummen der Säge wieder zur Stelle und hat seinen Unmut über das Fällen von seinen Bäumen durch Sägevollkacken zum Ausdruck gebracht.
(Klick auf die Bilder..., naja, Ihr wißt schon.


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16.12.2005


19:55 Uhr  Mal eben vorbei geschneit


Nach dem kleinen Wintereinbruch neulich im Münsterland hat es heute hier auch ein ganz kleines µ-chen gewintert.

Nass, kalt, ekelhaft.

Damit wäre eigentlich auch alles gesagt, wenn die Unterschicht-Massenmedien (H. Schmidt) mal auf die reflexhafte Abkündigung des individuellen Personenverkehrs (und die Bahn hatte auch wieder Probleme, klar) auf Grund von kleineren, für die Jahreszeit durchaus angemessenen, Wetterbeeinflussungen verzichten könnten.

Liebes News Aktuell, oder wie Du und deine Vettern von der Äktschon-Njuus-Fraktion auch heißen mögen - laß doch einfach mal die Bilder vom Wintereinbruch in Berlin im Archiv. Sonst merkt wirklich noch jemand, daß es in Berlin erst angefangen hat zu schneien, als es schon dunkel war. Das kommt auf den Bildern vom verschneiten Berlin irgendwie nicht so gut rüber.
Abgesehen davon sind zumindest in Berlin immer noch 6°C, das Zeug bleibt also eh nicht liegen - erschiesst den Redakteur, der das flasche Band vom letzten Jahr eingelegt hat.

Und: Gabs heute wirklich nix wichtigeres, als das mal wieder zum Scheissen zu blöde Autofahrer mit Sommereifen vom ach so plötzlichen Wintereinbruch überrascht wurden und von den völlig überforderten Winterdiensten nicht berücksichtig wurden? (Wenn das aktuelle Bilder waren, dann waren die aus Bayern oder so...)
News Aktuell, schon mal drüber nachgedacht, warum der Winterdienst nicht durchkommt? Eventuell vielleicht sogar genau wegen dieser Individualverkehrshindernisse, die nicht auf die Wettersituation vorbereitet waren, ob wohl es ja in unseren Breiten nicht wirklich total ungewöhnlich ist, das es im Dezember schon mal kalt wird?

Wenigstens gabs schöne Bilder von Sturmschäden.


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24.08.2005


23:35 Uhr  Dachdeckereien


Gerade wieder mal Tim Taylor und Al Borland in 'Hört mal wer da hämmert' gesehen und spontane Erinnerung an das letzte Wochenende bekommen.
Tim hat mit etwas herumgespielt, was wir Sonntag dringend gebraucht hätten - einen richtigen Tacker - für Männer - gruuuunz.

Ein Spezial-Einbaukommando der Nobilecrew ist in der guten Stube Potsdams eingefallen, um die ewige Baustelle vom Punk und seinen Mitwohnies ein wenig weiter voranzutreiben.
Durch die Verteilung von parallelen Baustellen über das gesamte Haus verteilt sich logischerweise auch der Dreck schön über das ganze Haus - ein bewohntes Haus, wohlgemerkt. Und wer will den schon jahrelang im Dreck wohnen? Wir mußten also was tun.
Unsere Hauptaufgabe am Samstag war es, das Dach möglichst weit fertig zu decken. Der Dachstuhl wurde vorher mit Hilfe von wandernden Gesellen (ob das nur Freiheits-Brüder waren, weiß ich nicht) neu gebaut, die meisten Arbeiten machen die Hausbewohner jedoch ohne externe Profi-Hilfe, dadurch dauert das ganze auch schon ewig, kein Wunder wenn man tagsüber zur Uni, Arbeit oder Schule geht.

Okay, Dachdecken.
Das war ungefähr so, wie ich mir das vorgestellt habe - kein Schatten, geile Hitzereflektionen von den bereits gedeckten Teilen des Daches, schwere Biberschwänze, Puzzle-Arbeiten an den Stellen, wo keine kompletten Ziegel hinpassen und meine Klompen sind irgendwie nicht so ganz das richtige Schuhwerk für den steileren Teil des Daches.
Nicht vorgestellt hatte ich mir den Dreck, der sich ergibt, wenn man Dachziegel mit der Flex für die Frickelstellen passend macht.
Eine wahnsinnige Sauerei, die FlexerInnen sahen wie direkt aus einem roten Sandsturm entsprungen aus, alle anderen hatten das Zeug aber auch in allen Körperöffnungen.

Neben dem Ziegeln waren andere damit beschäftigt, die Bleche rund um Fenster, Schornsteine und so weiter zu löten, und noch einiges anderes mehr.

Ziegel werden irgendwie schwerer, wenn man den 25. oder 26. in der Hand hatte, ebenso die Flex. Komisch.

Am Abend kommt pünktlich zum Arbeitsende (wir sind bereits beim Aufräumen und machen schon 15 Minuten keinen Lärm mehr) die Schmiere vorbei und will den Verantwortlichen sofort sprechen. Hmm. Normalerweise sagen die Nachbarn bescheid, bevor sie die Trachtengruppe bestellen - irgendwie müssen die Flexe an diesem Samstag wirklich laut gewesen sein.
Die beiden Ordnungshüter verziehen sich aber schnell wieder, als sie verstehen, daß wir wirklich nur noch aufräumen.

Rechtschaffen fertig setzen wir uns hinter den Gitterbauzaun vor das Haus auf die Strasse - da das Haus mitten in der von Touris verseuchten Zone steht, gibts auch immer gut was zu sehen und (unabhängig von den Touris) was leckeres zu essen.

Wir beschliessen, noch baden zu gehen - der Dreck muß runter.
Zum Glück hat Potsdam ein paar besondere Features, z.B. unterirdische Altglascontainer mit VA-Einwurfstutzen (aber das ist eine andere Geschichte) und auch ziemlich viele Seen, auch mitten in der Stadt. Diese gehören zum Teil zu Weltkulturerbe-Parklandschaften oder so, jedenfalls werden sie von Parkwächtern bewacht und das Baden ist dort latürnich verboten, aber am Samstag stört uns dabei keiner.
Am Sonntag haben wir direkt unter dem Dach weiter gemacht, vor allem, weil das leiser ist, als Ziegel schneiden.
Genauer: Dämmwolle (immerhin ein Naturprodukt und nicht diese Glaswolle-Scheisse) zuschneiden und zwischen die Dachsparen drücken, dann die Dampfsperrfolie drauftakern (da käme jetzt der Druckluftnagler von Tim ins Spiel) und diese abtapen.

Hört sich nicht so schlimm an, nich?
Der Staub, der von geschnittenen Flachsmatten in die Luft wirbelt, und sich überall im verschwitzen Gesicht und so weiter festsetzt, ist subjektiv deutlich unangenehmer als der Ziegelstaub, weil er juckt. Und wärmer ist es unter dem Dach auch.
Wir haben nicht genug Tackernadeln, und auch nur einen Tacker. Der zweite, der kurzfristig auftaucht, fällt leider nach einer geringfügigen Fehlfunktion einem Beil-Angriff zum Opfer. Trotzdem metert es ziemlich.

Zum Mittag können wir einen schönen Blechunfall begaffen, direkt vor der Haustür. Billiger Blechunfall, schön ein (flasch) geparktes Touri-Auto übersehen. In Potsdam bekommt man ech ne gute Pausenunterhaltung geboten.
Abends kommt irgendjemand und kocht für uns, wir gehen auch wieder schwimmen, diesmal mit Parkwächtern, aber sie verhalten sich friedlich und lassen uns zuende baden und trinken.

Schönes, anstrengendes Wochenende.
Wir müssen wohl noch mal wieder kommen.


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this oerks!

Wegen der Spamseuche wird die angegebene Emailadresse sehr stark gefiltert (und es fehlt das at - sorry) - sie ist von typischen Spam-Domains wie yahoo,hotmail,excite usw. sowie mit syntaktisch und/oder semantisch falschen Emails nicht erreichbar.