Aleks ihm sein Blog

[ Wir haben noch Hirn hinten im Haus ]

Das ist mein Blog.

Hier gibts, was ich tue, getan habe und vielleicht tun werde. Auch, wenn und weil das total unwichtig für den weiteren Verlauf der Geschichte ist. Viel Spaß damit.

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16.07.2012


17:00 Uhr  Los, Wasserski fahren!



War bei so einer Veranstaltung, wo viele nette Menschen sehr viel Wasser schaumig schlagen, und sich dabei komplett verausgaben.

Muss ich auch mal probieren, habs ja sonst nicht so mit Wasserspocht.


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14:31 Uhr  540 km Radfahren in knapp 17 Stunden


Styrkeprøven Heinemann Team

Es fing an mit einer Mail an alle Kollegen:

ich werde am 23. Juni von Trontheim nach Oslo in Norwegen mit 27 anderen Idioten Radfahren. 
Leider faehrt Peter E. dies Jahr verletzungsbedingt nicht mit, dennoch begleitet er uns mit dem Auto. Und genau hier seit ihr gefragt wir brauchen noch einen weitere(n) Begleitin/er deshalb frag ich euch ob eine/einer von euch nicht vielleicht Lust hat als Begleiter mitzukommen.

Es gibt nur eine Bedingung das der/die betreffende eine Fuehrerschein hat und auch viel Autofahren mag, die Rennstrecke alleine ist 540km lang was heisst das alleine in Norwegen ca. 1200km Auto zu fahren sind, vermutlich werden wir 2500km im Auto sitzen.

Von Bekloppten für Bekloppte, quasi. Klar, daß ich da mitmachen wollte - also fix Interesse angemeldet, weitere Informationen bekommen, es handelt sich dabei um Styrkeprøven, ein Marathonradrennen mit langer Tradition in Norwegen - in einem Rutsch von Trondheim in die Hauptstadt Oslo.

Zusammen mit Meno und zwei weiteren Kollegen haben wir uns Donnerstag mittag auf die Socken gemacht, erstmal mit dem Auto an die Nordspitze Dänemarks, um von dort aus mit der Fähre Hirtshals - Larvik nach Norwegen zu gelangen, wo wir morgens gegen 02:30 Uhr ankamen - die Sonne hat hier schon keinen Untergang mehr hinbekommen, eher so eine Art Touch-and-go - Mitternachtssonne eben.

Von dort aus ging es weiter nach Norden, da wir nicht so richtig gut informiert waren, wie das norwegische Mautsystem wirklich funktioniert, mit häufigen, nervigen Halts an irgendwelchen Tankstellen in der Mitte von Nirgendwo. Inzwischen wissen wir, daß wir einfach ne Rechnung per Post bekommen hätten und gut - naja.

Je weiter wir noch Norden kamen, desto mehr beeindruckte die Landschaft mit Bergen und Schnee, gegen Mittag sind wir in Trondheim angekommen. Ich hab auf der Fähre nicht geschlafen, im Auto kaum und war entsprechend gniddelig - außerdem hab ich es irgendwie versäumt, an Kaffee zu kommen.

Nach dem etwas anstrengenden Bezug unserer Zimmer (Geduldstest durch die chaotischen Rezeptionisten im Singsaker Sommerhotell oben auf dem Berg neben der Burg) sind wir drei Servicekräfte in die Stadt runtergewankt, um etwas zu gucken und in der Fussi-Zone schön Kaffee zu trinken - was macht das in Euro?. Um es kurz zu machen: Für drei Kaffee unterschiedlicher Ausprägung haben wir umgerechnet wirklich viel Geld bezahlt, aber nach 24 Stunden endlich wieder Kaffee - was will man mehr? Außerdem war in Trondheim richtig Sonne, und alles flanierte mit eher südländischem Charme so vor sich hin.

Später waren wir noch auf einer Einweisung für Begleitfahrzeugfahrer - leider war das ziemlich witzlos, weil auch auf Nachfrage nur auf norwegisch.

Zum Rennen waren etwa 5.000 Radler gemeldet, die zum Teil in Teams, zum Teil auch als Einzelkämpfer die Strecke bewältigen wollten, entsprechend viel Gewusel war auch um das entsprechende Konferenzhotel herum, fliegende Shops und überall Rennradfahrer.

Unser Team, das Team Heinemann, hatte sich vorgenommen, die Strecke in unter 15 Stunden zu fahren (die beste Heinemann-Zeit bisher waren 15 Stunden 17 Minuten) und bestes nicht norwegisches Team zu werden.

Dafür braucht es etwas an Logistik, und da kamen wir ins Spiel. Es gibt zwei Fahrzeuge, die sich um das Feld kümmern, ein Auto ist immer direkt beim Feld, um bei Pannen oder schlimmeren zu helfen, das Zweite fährt weit vorweg, um geeignete Stellen für kurze Pausen zu finden, und diese vorzubereiten.
Dazu hat jeder Fahrer eine Plastikkiste, in der er Dinge, die er während des Rennens, aber nicht zum Start, braucht, ablegen kann. Also Getränkeflaschen, Regenzeug, andere Brillen, Energieriegel, usw.

Die Kisten werden an einer Pausenstelle in einer Reihe aufgestellt, das Feld kommt angepeest, stoppt, jeder reist seine Kiste auf, der Müll fliegt im hohen Bogen, pinkeln, an/aus/überziehen und nach 60 Sekunden geht es weiter. Das Versorgungsteam sammelt die Mülllawine weg, staut die Kisten und rast dem Feld hinterher, um die nächste Stelle zu finden - weit genug vor dem Feld, um alles wieder in Ruhe aufbauen zu können. Unser Team hat 4 Stops eingelegt.

Das Rennen findet im Wesentlichen auf der E6, also einer normalen Fernverkehrslandstrasse mit normalem Fernverkehrsverkehr statt. D.h., neben den 5.000 Fahrradfahrern und deren Begleitfahrzeugen sind gleichzeitig noch eine Menge Nicht-Spieler-Charaktäre unterwegs, wie z.B. holländische Pommesbuden und andere Campinggefährte, überlange Holzlaster, normale PKW, Radtouristen und so weiter - jeder mit seiner eigenen Lieblingsgeschwindigkeit.

So ein Rudelradfahrteam ist je nach Gefällerichtung mit zwischen 25 und 95(!) km/h unterwegs - und wir im Führungsfahrzeug mit gelbem Blitz und Riesenschild vorne weg. Um vorne zu bleiben, ist es dann auch notwendig, sich zwischen entgegenkommenden LKW und vorrausschlingernden Campingbussen durchzufädeln, ohne das das eigene Feld von hinten auffährt - das erfordert gerade bergab ziemlich Konzentration und auch etwas fahrerischen Mut.

Gleichzeitig will man aber auch nicht mit zu großem Abstand vorher fahren, um im Fall einer Panne schnell vor Ort sein zu können. Insgesamt hatten wir 5 Plattfüsse, und entsprechend das ganze Auto voller Ersatzlaufräder, dies auch deswegen, weil das Team mit unterschiedlichen Komponenten (Schaltung/Bremsen) gefahren ist, und wir so mehrere unterschiedliche Hinterräder vorhalten mußten.

Im Feld gab es zwei Leute mit Funk im Ohr, wir hatten ebenfalls eine Funke im Auto, so haben wir mit dem Feld sprechen können, und z.B. vorab ankündigen können, bei welchem Strecken-KM der nächste Stopp sein wird.

Besonders interessant war es immer dann, wenn unser Feld auf ein anderes aufgefahren ist. Gleich vorneweg überholen? Wieviel langsamer sind die, was passiert an der nächsten ernsthaften Steigung?

Auch interessant für mich war, wie irre laut so ein Feld ist. Eigentlich quakelt und krakelt es die ganze Zeit vor sich hin, genug Atemluft scheint da immer vorhanden zu sein.

Insgesammt sind die Heinemänner in einer Windschattenformation gefahren, die sich wohl Norwegischer Kreisel / Rulla nennt. Dabei fährt das Feld in zwei Reihen nebeneinander her, wobei in der Regel die rechte Reihe vorwärts fährt, und die linke Reihe rückwärts (im Verhältnis, alle fahren vorwärts :-). Wenn der vorderste Fahrer der rechten Reihe mit Windschatten machen fertig hat, wechselt er in die linke Reihe, und läßt sich damit zurück fallen, die rechte Reihe rückt nach.
Dadurch hat man auch ständig andere Kommunikationspartner :-)

Mit einem Team haben wir uns ständig gebissen, weil deren und unsere Pausenstationen so ungünstig gegeneinander lagen. Immer, wenn unser Feld gerade an denen vorbei war gabs ne Pause, so daß die Blauen[tm] dann doch wieder vorbei waren.

Die letzten 170km (oder so) hat es geregnet, und ich bin wieder ein längeres Stück Auto gefahren. Deswegen gibts vom Ende nicht so viele Bilder. Fahren im Regen ist hart, die haben ja keine Schutzbleche und nur ein paar µ Abstand zueinander, in einem Kreisel haben sich dann auch folgerichtig welche gemault.

Aufmaulen ist auch für uns im Begleitauto totaler Stress - unklares, aufgeregtes Gegröhle über Funk, Trillerpfeifen, Alarm. Anhalten, ohne einen totzufahren.

  • Checken, was vielleicht passiert ist
  • Teile des Feldes rollen an einem vorbei und brüllen
  • Entscheidung, umzudrehen, und nach Resten zu suchen.
  • Beim Umdrehen möglichst keine Radfahrer umnieten, zurück rasen. Nix im letzten Kreisel.
  • Zum vorletzten Kreisel rasen, inzwischen gibts keine Funkverbindung mehr zum Feld, aber der treue Toyota dreht lässig bis 6500 Touren aus, wenn nur nicht dieses seifige Fahrwerk wäre...
  • Ok, auch keine Leichen- oder Fahrradteile am vorletzten Kreisel, mit allem was geht und die Haftung der Stadtautoreifen so hergeben, zum Feld zurück, das natürlich inzwischen mit voller Kraft weiterfährt.
  • Pommesbude, 2, 3 *zack* vorbei - Ah, Rot-graue Trikots, endlich.
  • Puls normalisieren, versuch, das Feld zu zählen. Wir haben längst den Überblick verloren, wieviele eigentlich noch im Feld fahren. Zählen also auch zwecklos
  • Kontakt über Funk: Alles ok, alle da? - Alles ok, wo wart ihr so lange?.
    Kurze Überlegung, beim Überholen ins eigene Feld zu fahren, wird verworfen.

Normalität kommt wieder. Mein Copilot Peter inhaliert mal eben eine komplette Tüte Chips, dabei haben wir so leckere Dinge zu essen im Auto, verlangt dann nach Keksen.
Peter wiegt ungefähr die Hälfte von mir, besteht quasi nur aus Muskelfleisch und kann verletzungsbedingt nicht selbst mitfahren (ist die Strecke aber schon mehrfach gefahren), aber so isses. Chips und Kekse.

Leider haben wir schon am Start nicht gezählt, wieviele eigentlich wirklich losgefahren sind. Wir gehen von 23 aus (am Abend vorher gabs Kochen mit dem italienischen Telefon, und ein paar Teilnehmer haben die ganze Nacht gekotzt). Ein Teil der Kotzer ist trotzdem mit losgefahren, den ersten haben wir schon nach 42km eingesammelt, ging nicht mehr - damit war dann unser Auto auch erstmal voll (der Rest des Autos war voller Laufräder und Zeug).

Durch einen Sturz in einem unbeleuchteten Tunnel im ersten Viertel ist dann noch ein Fahrer ausgeschieden, aber selbstständig zum nächsten Bahnhof gefahren, oben auf dem Fjäll haben wir dann noch einen Magenverstimmten einkassiert (Peter (rote Jacke im Hintergrund) rennt mit Klopapier zum Tatort) - da wir bis dahin den letzten Magenverstimmten noch nicht abgeben konnten, sind wir dann mal zu viert im Auto, drei vorne, einer hinten. Der Patient ist noch während des Anamesegespräches eingeschlafen, der Körper hat anscheinend einfach 'Licht aus' befohlen (nach einer Stunde Schlaf war auch wieder alles gut).

Durch das vor dem Feld herfahren bekommen wir es nicht immer mit (und das Feld anscheinend auch nicht), wenn jemand nicht mehr das Tempo halten kann, und nach hinten rausfällt - deswegen wissen wir einfach nicht die Anzahl der Fahrer im Hauptfeld, und bei den Pausen schaffen wir es auch nicht, das Gewusel ordentlich durchzuzählen.

Durch den fiesen Gegenwind oben auf dem Fjäll klappt es mit der angestrebten Zielzeit leider gar nicht, es waren dann wohl über 16 Stunden - der einzige Trost war, daß dies allen Teams so ging, alle haben 1,5 Stunden länger gebraucht.

Die Einfahrt nach Oslo war dann noch mal so eine Nummer für sich, die Streckenführung war höchst unklar, und nur durch kleine schwarze(!) Pfeile gekennzeichnet, durch den Regen war es ziemlich dunkel - und wir waren auch schon etwas matschig durch 15 Stunden Autofahren :-)
Letzlich sind wir aber nirgends falsch abgebogen (einmal kamen irre lange keine Hinweisschilder, da hatte ich echt schiss, die Horde falsch zu leiten), und sind dann auf einer extra abgesperrten Spur der Autobahn fast bis ins Ziel gefahren.

Durch einen Orgafehler war der Begleitbus noch nicht vor den Fahrern vor Ort, so daß diese nach dem Zieleinlauf erstmal nicht an ihre Sachen konnten, und ziemlich gefroren haben. Decken, Bier und Kippe - das sind anscheinend die Wünsche, die man direkt nach 540km Radfahren hat :)

Mit allem Rumgefummel, Gepäcksortiererei und Hotelshuttleservice waren wir dann so gegen drei Uhr morgens auch im Hotel und konnten etwas schlafen.

Am nächsten Tag ging es dann zurück - die anderen haben sich noch etwas Oslo angesehen, aber ich hatte schlimm Kopf und bei dem Regenwetter auch keine große Lust. Die Rückfahrt war dann unspektakulär, Larvik, Fähre, Autobahn, irgendwann montag morgens gegen drei zuhause - mit 2850 km (das GPS war zwischendurch leider mal aus) auf der Uhr.

Jederzeit wieder.


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this oerks!

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