Aleks ihm sein Blog

[ Wir haben noch Hirn hinten im Haus ]

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27.11.2006


15:01 Uhr  Neuer Rekord: Drei Stunden in 'zähflüssigem Verkehr' gestanden


Da fährt man müde und uninspiriert die A20 Richtung Hamburg, und rauscht bei Lübeck in einen Stau.

Den Stau. Die Mutter aller Stäue. Staus? Was auch immer.

Latürnich ist man dann genau 13,50 Meter hinter der letzten freien Ausfahrt zum Stehen gekommen, die Reaktionszeit des Oberschlundganglions ist wie immer zu langsam, um vor den Nachfolgenden noch schnell rückwärts auf die Ausfahrt... räusper So was macht man ja eh nicht auf der Autobahn? Genau.

Also Radio an.

Das einzige zu empfangene Radio ist der widerliche NDR2. Dort spricht man eine gute halbe Stunde später von zähflüssigem Verkehr - ich hab aber schon seit etwa der gleichen Zeit den Motor aus und mich keinen µ mehr bewegt. Wie immer ist NDR2 gut informiert.

Ein paar Mitstauer beschimpfen sich etwas weiter vorn - es bleibt unklar, worum es geht - und die Bombenleger schräg vor mir mit ihrem verwarzten Bulli haben einen Grill aufgebaut und ihn mit einer beeindruckenden Stichflamme in Betrieb genommen. Alles andere, was männlich ist, geht an den Rand, um zu pissen.

Alles in allem also ein gewöhnlicher Stau, NDR2 spricht immer noch von zähfliessendem Verkehr auf 3 km auf der A1. Der stehende Stau auf der A20 muß nun schon bis kurz vor Wismar reichen.

Dann ging es kurz weiter - etwa 500 Meter - nun stehe ich auf der A1 im Stau, das fühlt sich gleich viel besser an als auf der A20. Die Bombenleger hatten etwas Mühe, ihren brennenden Grill ins Auto zu bekommen, haben sie dann aber doch mitgenommen.

Stumpfes Warten.

Es ist inzwischen dunkel, ein kleiner Trost ist, daß man auf der vom NDR2 angegebenen Ausweichempfehlung B75 ebenfalls Rücklicht an Rücklicht stehen sieht - allerdings ist dort noch Hoffnung, denn in meinem Stau ist es dunkel, fast alle haben Motor und Licht ausgeschaltet und fügen sich stumpf in ihr Schicksaal.

Gegen 18:00 Uhr - also zwei Stunden nach dem Start des zähfflüssigen Verkehrs auf der Stelle kommt mit Schrittgeschwindigkeit und vielen bunten Lampen ein Autokran mit Polizeieskorte angekrochen (die bauen hier gerade, deswegen gibts nur zwei Spuren ohne Standstreifen) - schwierig, im Stehen auszuweichen...

Beim wieder in die Spur rangieren (und dem idiotischem Versuch, dem Kran in der Gasse zu folgen) rempeln sich zwei Autos an. Nun gibts wenigstens was zu sehen (und zu hören), der eine scheint Gerüstbauer aus dem Ruhrgebiet zu sein, ich nehme ein paar neue Vokabeln in meinen Wortschatz auf. Ein Möchtegernschlichter mischt sich ein und bekommt spontan Prügel angeboten. Eine von den mitreisenden Lebensabschnittsgefährtinnen kreischt was von Polizei und Telefon.

Es wird wirklich interessant - wird ja auch Zeit, das irgendwas passiert, es wird kalt und ist langweilig. Die Streithähne beruhigen sich aber doch schneller als gedacht.

Ich fange aus purer Langeweile an, mein 'jetzt mach ichs mir selbst - Opel Astra F'-Buch zu lesen. Auch doof.
Dann noch lieber Fotos von den Entgegenkommern.

Ergebnisse siehe hier. Leider wackelt mein Auto sehr in den Wirbelschleppen der Vorbeifahrenden (und die Uhr in der Kamera geht nach Sommerzeit).

Irgendwann gegen sieben geht es dann endlich weiter. Warum das ganze nun über drei Stunden gedauert hat, ist nicht mehr sichtbar.

Ein schöner, ruhiger Nachmittag auf der BAB, statt 2,5 Stunden eben mal 6 Stunden.

Google maps link: Kreuz Lübeck

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